Mein #Klimafasten

Dieses Jahr habe ich mich ein wenig auf die Fastenzeit vorbereitet. Seit einigen Wochen stöbere ich auf Selbstversorger-Blogs, YouTube-Kanäle über Minimalismus und überall da, wo man eben alternative Bio-Öko-Hippies findet…

Eins ist klar, wenn man bewusst auf Plastik verzichtet, bringt das einen ganz schön großen Einschnitt ins alltägliche Leben mit sich. Schau dich doch mal in deinem Zimmer um. Du bist immer von Plastik umgeben, egal wo du dich gerade befindest. Ob im Badezimmer, in der Küche oder im Wohnzimmer, überall ist Plastik. Duschgel, Shampoo, Creme? Alles in Plastikflaschen. Zahnpasta, Waschmittel und Seife? Ebenfalls. Selbst Zahnbürsten sind komplett aus Plastik. Reis, Nudeln, Tofu, Käse? Auch alles in Plastikverpackungen. Gemüse packt man im Supermarkt wie selbstverständlich in Plastikbeutel zum Wiegen, wenn es nicht schon selbst in einer Plastikschale mit Plastikfolie eingepackt ist. Selbst Bio-Gemüse ist oft dreimal in Folie gewickelt. Und kommt dann meist auch noch aus Südamerika. Da bleibt nur Kopfschütteln. Wir schwimmen also förmlich im Plastik.

Jetzt habt ihr vielleicht schon die Vermutung, dass dieses Experiment ein wenig an Vorbereitung benötigt. Ich hab deshalb schon vor einigen Wochen begonnen mich zu informieren, Tipps zusammen zu sammeln und einige Produkte zu bestellen. Im Laufe meiner Recherchen, habe ich auch festgestellt, dass ich dem Experiment doch Grenzen setzen muss, obwohl ich lieber nach dem Prinzip vorgehe: Ganz oder gar nicht.

Hier also meine Regeln:
1. Ich darf solange meine Plastikzahnbürste verwenden bis meine komplett plastikfreie Bambus-Zahnbürste angekommen ist. (Die habe ich zu spät bestellt und Mundgeruch möchte ich niemandem in meiner Umgebung zumuten!)
2. Auswärts essen, d.h. in der Mensa, im Restaurant, bei meinen Eltern, bei Freunden/Verwandten oder Bekannten ist von der Plastikfreiheit ausgenommen. Denn ich habe keine Lust allen Menschen in meiner Umgebung auf den Wecker zu fallen. 😉
3. Meine Gesichtspflege-Produkte (Reinigungsschaum, Gesichtscreme, Make-Up, Puder) benutze ich weiterhin aus Plastikflaschen. Aufgrund meiner schlechten, zu Akne neigender Haut möchte ich da nicht zu viel rumexperimentieren.
4. Sämtliche Hygiene-Artikel für Frauen enthalten viel Plastik. Ich habe jedoch beschlossen sie innerhalb dieses Experiments nicht zu ersetzen. Selbstgenähte Stoffbinden sind mir persönlich irgendwie suspekt. Außerdem kann ich nicht nähen. Und auf den Luxus von Tampons möchte ich nicht verzichten. Wer sich allerdings für Alternativen interessiert, sollte mal Menstruationstassen googeln.
5. Plastikdeckel auf Glasflaschen (z.B. Öl, Essig, etc.) sind ok.
6. Ich schmeiße keine lange haltbaren Plastikbehälter, wie Tupperware oder andere Fake-Marken, weg. Trotzdem möchte ich mich über Alternativen informieren und kaputte Plastikdosen nach und nach durch plastikfreie ersetzen.
7. Solle ich doch aus irgendeinem Grund, ob bewusst oder ungewollt Plastikmüll produzieren, werde ich diesen aufheben um nach den 40 Tagen ein Fazit ziehen zu können!

 

 

 

 

 

 

 

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Fastenzeit!?

Seit fünf Jahren habe ich nun jedes Jahr an der Fastenzeit teilgenommen. Und jedes Jahr google ich aufs Neue, warum wieso weshalb weswegen es die Fastenzeit überhaupt gibt. Ich faste keinesfalls aus religiösen Gründen. Vielmehr bin ich der Meinung, dass unser Leben viel zu sehr von unüberlegtem Konsum bestimmt ist. Bewusst eine Zeit lang auf etwas zu verzichten, lässt uns neu über dessen Wert nachdenken.

Ursprung der Fastenzeit

Fasten ist nicht nur Bestandteil des Christentums. Auch im Buddhismus, Hinduismus, Judentum und Islam gibt es Fastenzeiten. Die Fastenzeit des christlichen Glaubens findet dieses Jahr vom 10. Februar bis 24. März statt. Moment mal! Ich war zwar nie gut im Kopfrechnen, aber dass das mehr als 40 Tage sind, ist auch mir gleich aufgefallen! Das liegt daran, dass die vier Sonntage nicht mitgerechnet werden. Ich habe die Sonntage bisher nie ausgenommen. Das werde ich auch dieses Jahr nicht tun, irgendwie würde mir das wie „schummeln“ vorkommen. Im Christentum gibt es allerdings auch die adventliche Fastenzeit von 40 Tagen. Ich hab mich jedoch immer dazu entschieden die Osterfastenzeit als Richtlinie zu nehmen. Das Datum kann ich mir einfach am besten merken: zwei Tage nach dem Karnevalsradau am Rosenmontag und am Ostersonntag werde ich dann wieder mein inzwischen traditionelles Nougat-Osterei genießen. 😉

Warum genau 40 Tage?

Die 40 Tage sollen an die 40 Tage erinnern, die Jesus fastend und betend in der Wüste verbrachte. Allerdings spielt diese Zahl in der Bibel allgemein eine große Rolle: 40 Tage Sintflut, 40 Tage lang zog das Volk Israel durch die Wüste, 40 Tage lang war Mose auf dem Berg Sinai…

Was wurde damals gefastet – was faste ich heute?

Was gefastet wurde ist teilweise sehr unterschiedlich. Manche Katholiken sollen neben Fleisch und Alkohol wohl auch ganz auf Milchprodukte und Eier verzichtet haben. Wär hätte gedacht, dass die Leute damals schon 40 Tage vegan leben als Ziel hatten? 😉

Der Verzicht auf Industriezucker gehört für mich inzwischen zum „Standard“, denn dann schmeckt das traditionelle Schoko-Nougat-Osterei am Ostersonntag gleich doppelt so gut. Oder manchmal zu süß, denn nach bewusstem Zuckerverzicht in jeglicher Form (in vielen Tomatensoßen ist z.B. auch Zucker!) können die Geschmacksknospen einen kleinen Zuckerschock erhalten! Dieses Jahr habe ich mich dazu entschieden neben dem Zuckerfasten auch noch auf sämtliche Plastikverpackungen zu verzichten. Schon seit einiger Zeit verursacht mir mein Plastikkonsum Bauchgrummeln. Ich habe mich jedes Mal aufs Neue erschreckt, wie schnell der gelbe Sack wieder voll war und hatte deshalb schon seit längerem vor, daran endlich mal etwas zu ändern!

Doch was das genau alles beinhaltet und welche „Regeln“ ich mir selbst auferlegt habe, erfahrt ihr im nächsten Post.