Plastikfrei Einkaufen im „Edel Unverpackt“ in Hannover

Durch Zufall habe ich über Facebook erfahren, dass am Samstag, den 22. Februar, der erste Unverpackt-Laden in Hannover eröffnet hat! Am Dienstag musste ich sowieso nach Hannover. Diese Fügung des Schicksals durfte ich natürlich nicht ungeachtet lassen und stattete dem Laden einen Besuch ab.

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Und so funktioniert’s:
Mit Tupperware und Glasgefäßen ausgestattet machte ich mich auf den Weg zum „Edel Unverpackt“, der sich in der Hannoveraner Nordstadt (An der Christuskirche 11) befindet. Zu Beginn muss man seine mitgebrachten Gefäße wiegen und das Gewicht mit kleinen Post-it Zetteln markieren. Und dann geht der Abfüll-Spaß los. Im „Edel Unverpackt“ gibt es (fast) alles was das plastikfreie Herz begehrt. Von Getreide, Müsli, Reis, Nudeln über Süßigkeiten und Tee bis zu Öl, Käse, Milch und Butter. Außerdem bietet der Laden auch Gemüse und Obst an. Besonders erstaunt war ich, als ich sogar die HYDROPHIL-Zahnbürsten, Menstruationstassen, Stoff-Binden und Haarseifen entdeckte. Und falls man vergessen hat seine eigenen Gefäße mitzubringen oder einfach noch keine passenden besitzt, kann man dort auch Alu-Brotboxen, Weckgläser oder praktische Leinen-Säckchen erwerben. Nachdem man seine Behälter munter aufgefüllt hat, wird alles an der Kasse zum Bezahlen gewogen. An der Kasse gibt es außerdem noch eine kleine Backtheke, wo Brot, Brötchen und kleine süße Teilchen angeboten werden.

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Die Frage aller Fragen: Wie teuer ist der Spaß?
Natürlich sind die Preise höher als in den typischen plastikverseuchten Discount-Supermärkten. Außerdem sind die Preise pro 100g angegeben, was im ersten Moment etwas verwirrend sein kann. Hier ein paar Preisbeispiele mit ungefähren (!!!) Vergleichspreisen.

– Naturreis rund: 0,49 € / 100g
– Quinoa: 1,29€ / 100g (zum Vergleich: Alnatura Quinoa ca. 0,99 € / 100g)
– Couscous: 0,59€ / 100g (zum Vergleich: Double Elephant Cousous ca. 0,36€ / 100g)
– Vollkornnudeln: 0,35 € / 100g (zum Vergleich: Barilla Vollkorn Fussili ca. 0,39€ / 100g)

Ich habe Beispielsweise für 6 Feigen, 400g Reis, 80 g Professorenfutter, 300g Vollkorn-Spiralen und 1 Dinkelbrötchen 6€ ausgegeben. Den Preis finde ich für umweltfreundliches Einkaufen vollkommen vertretbar. Außerdem geht man dort ja nicht ständig einkaufen. Wenn ich so einen Laden in der Nähe hätte, würde ich z.B. dort zur Ergänzung hingehen, um die Produkte zu kaufen, die ich ansonsten im normalen Supermarkt nicht plastikfrei bekomme.


Was fehlt?

Da der Laden erst seit kurzem eröffnet wurde, kann man als Kunde an der Kasse seine Wunschprodukte in eine Liste eintragen. Alles, was einem noch fehlt und man dort gerne kaufen würde. Ich hätte es z.B. toll gefunden, wenn es dort auch ökologisches Waschmittel oder Geschirrspülmittel (z.B. von Ecover) zum Nachfüllen geben würde. Auch Tofu und Mandel- oder Sojamilch o.Ä. habe ich vermisst. Dennoch deckt der Laden definitiv alle Nahrungsmittel ab, die man sonst nur in einer Plastikverpackung erhält, wie z.B. Quinoa oder Nüsse!

Wer noch mehr über das Sortiment oder die Hintergründe lesen möchte, findet man auf der Homepage noch nähere Informationen, u.a. wie der Laden zu seinem Namen kam.
Oder ihr geht einfach mal vorbei, wenn ihr in Hannover wohnt oder sowieso mal dort seid. Es lohnt sich wirklich! Man entdeckt viele neue Produkte und stellt fest, wie einfach es doch sein kann verpackungsfrei einzukaufen

„LoLa – der Loseladen“ 
Im März eröffnet ein weiterer Unverpackt-Laden, allerdings in der Südstadt in Hannover.  „LoLa – der Loseladen“ wird zu 100% plastikfrei sein, da es dort wohl noch nicht mal die Plastikbehälter zum Abfüllen wie im „Edel Unverpackt“ geben wird. Dafür hat der Besitzer sogar extra Behälter entwickelt, die nur aus Glas, Holz und Edelstahl bestehen (http://lola-hannover.de/pdf/HAZ.pdf). Konkurrenzdenken herrsche zwischen den beiden Läden allerdings überhaupt nicht, wie mir die zwei Verkäuferinnen aus dem „Edel Unverpackt“ versicherten. Man helfe sich eher und sei am Austausch interessiert, außerdem befinden sie sich ja in verschiedenen Teilen von Hannover.
Wer mehr über den Laden uns das Konzept herausfinden möchte, kann sich hier näher informieren.

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Plastikfrei Einkaufen: ein Samstagmorgen auf dem Markt

Ok, ich gebe zu, morgens war es nicht mehr wirklich. Denn als ich nach meinem Sportkurs auf dem Markt ankam, war es schon 12 Uhr. 😀 Seit längerer Zeit hatte ich es endlich mal wieder auf den Markt geschafft! Seit meinem Auslandsjahr in Frankreich liebe ich Märkte! Auch wenn man unsere deutschen Märkte, nicht mit denen in Frankreich vergleichen kann. In la belle France sind die Märkte deutlich günstiger als die Supermärkte, es gibt Marktschreier, Leute die miteinander feilschen und supergünstige Rabatte kurz vor Marktschluss. Außerdem entdeckt man dort immer wieder neue Gerüche, Geschmäcker und Produkte. In Frankreich auf den Markt zu gehen, ist immer ein Erlebnis. Ein wahres Paradies für Gemüse und Frischobst-Anbeter*innen! Besonders da, wo ich meinen Freiwilligendienst leistete, nämlich in einer kleinen Stadt namens Vienne, südlich von Lyon. Dort gibt es nämlich einen der größten Freiluftmärkte mit über 400 Ständen und Zehntausende Besucher*innen. Es ist wahrlich ein Spektakel und kaum mit dem kleinen Markt hier in Göttingen zu vergleichen. Trotzdem liebe ich es den Samstagmorgen/-vormittag/-mittag dort zu verbringen.

Dieses Mal war ich mit der Mission dort, auch die Plastiktüten an den Marktständen abzulehnen, auch wenn sie mit „Die sind aus Maisstärke!“ angepriesen werden (denn Bioplastik ist nicht ein Allheilmittel und DIE Lösung, aber dazu mehr in einem anderen Blogpost). Mit einer Tragetasche und mehreren Jutebeuteln ausgestattet zog ich also los. Wie vermutet, war es so total einfach dem Plastik hier zu entgehen. Denn wenn mich die Verkäufer*innen schon mit meinen mitgebrachten Beuteln sahen, legten sie mir die Ware schon fast von alleine in meine eigene Tasche!

Wenn ich auf dem Markt einkaufen gehe, versuche ich auch wie im Supermarkt auf regionale Produkte zu setzen. (Natürlich landet auch mal Banane, Orange, Mango oder Papaya in meinem Korb. Denn nur von Äpfeln und Birnen zu leben, ist mir dann doch leider zu einseitig im Winter.)
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Meine Ausbeute an diesem Tag bestand aus:
– ca. 0,5 kg bunte Möhren
– 1 kg Kartoffeln
– 1 Bio-Dinkelbrötchen
– 2 Orangen
– 4 Äpfel
– 1 Zucchini
– 2 „Büschel“ Grünkohl
…frisches Gemüse und Obst aus der Region (bis auf Zucchini und Orangen :D) und das für unter 10 €.

Plastikfrei Einkaufen ist auf dem Markt sicherlich am entspanntesten, denn da sind selbst Gurken nicht in ein „Plastikkondom“ gestülpt und der Brokkoli hat auch keine Plastikhaube auf. Beim nächsten Mal bringe ich mir noch eigene Behälter mit, dann kann ich am Nudelstand, frisch gemachte Pasta mitnehmen, denn die kommt da nämlich sonst auch in einen Plastikbehälter. Auch an den Käse oder Antipasti-Ständen kann man sich sicherlich die Ware in eigene Behälter verpacken lassen. Ich Dummerchen habe leider vergessen welche mitzunehmen, aber das nächste Mal werde ich das Testen. Lediglich Joghurt habe ich vermisst. In Frankreich konnte man den sich frischen Joghurt immer abfüllen lassen, genauso wie frische Milch (bäh, mag ich leider so gar nicht).

Ich würde mich allgemein als „Flexitarierin“ beschreiben, ich esse zwar grundsätzlich Fleisch, aber nur seeehr wenig. Eigentlich nur wenn ich zu Hause bei meinen Eltern bin und auch dann auch nur helles, fettarmes Geflügel-Fleisch. Seit meinem Plastikfasten-Experiment habe ich allerdings festgestellt, dass ich mich zum Großteil automatisch und unbewusst vegan ernähre, wenn ich selbst koche (außer in der Mensa oder bei meinen Eltern oder Freunden). Käse gibt es im Supermarkt nämlich nur in Plastik verpackt. Joghurt gibt es zwar auch im Glas, bis jetzt habe ich den allerdings aber noch nicht probiert. Und meinen geliebten Sojade-Joghurt ist nur im Plastikbecher vorzufinden. 😦  Ich würde ja auch gerne mal ausprobieren Joghurt selbst zu machen. Für Soja-Joghurt bräuchte man allerdings Soja-Milch und ein paar Löffel Soja-Joghurt (später kann man dann den selbsthergestellten verwenden), das ist also nicht wirklich plastikfrei. Ach ja und man braucht einen Backofen – den ich hier in meiner 1-Zimmer-Butze nicht habe.

Fazit des Tages: Rewe, Tegut, Kaufland, Markt oder Alnatura? Der Markt schneidet eindeutig am besten ab, was das plastikfreie Einkaufen anbelangt. Natürlich bekommt man dort nicht alles, aber die meiste Ware ist zudem frisch und aus der Region! 🙂

10 Dinge, die mir beim plastikfreien Einkaufen bei REWE aufgefallen sind.

Heute war ich im Rewe einkaufen, dabei sind mir mal wieder ein paar Dinge ins Auge gesprungen.

1. Plastikfrei einkaufen kann man nicht nur in Bio-Läden wie Alnatura oder Tegut.
2. Die Einkaufstasche ist durch Glasflaschen eindeutig schwerer geworden.
3. Äpfel kann man auch einzeln aufs Band legen. Der Kassierer hat sich nicht über die losen Äpfel beschwert, er konnte sie ganz problemlos zusammen und OHNE Plastiktüte auf die Waage legen.
4. Vollkorn-Nudeln gibt es zwar im Karton, allerdings mit Sichtfenster aus Plastik. Weizennudeln gibt es dafür ganz plastikfrei!? Sinn!?
5. In fast jeder Tomatensoße im Glas ist Zucker. Nicht nur ein bisschen, sondern VIEL Zucker. Grmpf.
6. Mein Einkauf ist NICHT teurer geworden.
7. Paprikas in Plastik sind viiiiiiiiiiiel billiger als die einzelnen, unverpackten! Deshalb keine Paprika für mich heute…
8. Die komplette Kühltheken-Abteilung mit Käse, Milch und Joghurt kann ich überspringen – alles in Plastik verpackt (außer Landliebe Joghurt, den gibt’s im Glas). Wenn ich vorher also mehr Zeit gebraucht habe um beim Obst und Gemüse die plastikfreien Sorten abzuchecken, habe ich das spätestens da wieder aufgeholt. YEAH!
9. Reis gibt es ausschließlich in Plastiktüten, Couscous und Bulger dagegen im Karton.
10. Bei der Bäckerfiliale vorm REWE habe ich mir ein kleines Dinkelbrot geholt. Als die Verkäuferin selbstverständlich zur Plastiktüte griff,hielt ich sie gerade rechtzeitig noch auf: „Kann ich das Brot auch in einer Papiertüte bekommen?“ Keinesfalls verdutzt antwortete sie: „Aber natürlich!“ und drückte mir mein Brot in der klassischen Bäckertüte in die Hand (das Brot war aber auch sehr klein, sodass es einfach da rein passte!). SO einfach können plastikfreie Alternativen manchmal sein. 🙂

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