20 Tage #Plastikfasten

Die Hälfte der Fastenzeit ist rum (schon!?!?) und damit höchste Zeit mal ein kleines Fazit zu ziehen.
Zwar steht das Wort im Blogtitel, aber bei meinem Leben von Plastikfreiheit zu sprechen, wäre dann doch übertrieben. Ich würde inzwischen eher sagen, dass ich plastikarm lebe. Aber zugegebenermaßen klingt Plastikarmut als Blogtitel ziemlich bescheuert. Die Leser, die durch den Titel mit anderen Hoffnungen auf meinen Blog stoßen, muss ich dann im Laufe der Zeit wohl oder übel desillusionieren. Sorry schonmal im Voraus! Allgemein kann man sein Leben nicht von heute auf morgen auf komplett plastikfrei umkrempeln. Ich sehe das vielmehr als Prozess an dessen Anfang erst einmal ein Bewusstsein über den eigenen Plastikkonsum entwickelt werden muss. Erst dann ist es möglich, sich über Alternativen zu informieren und Hintergrundinfos zu recherchieren um sich dann einen Schritt in Richtung Plastikfreiheit zu bewegen! 🙂 Dies ist wohl eine nie endende Entwicklung, da man sich immer verbessern kann und auch im Laufe der Zeit wohl immer mehr Infos über das Risiko und die Gefahr von Plastik erforscht werden wird. Ok, Zeit also für eine kleine Halbzeit-Bilanz.

Plastikfrei
Es gibt trotzdem noch einige Bereiche in meinem Leben, die ich durchaus und mit gutem Gewissen als plastikfrei deklarieren kann. Dazu gehört allgemein Essen. Nicht die Zubereitung (da ich immer noch Plastik-Küchenutensilien habe), sondern vielmehr die Lebensmittel an sich. Ich schaffe es immer, wirklich immer, ohne Plastik nach dem Einkaufen nach Hause zu kommen. Und das, obwohl ich immer noch zu meinen gleichen Standard-Supermärkten gehe, nur einmal bis jetzt auf dem Markt war und ich den Bioladen nur für ganz spezielle Dinge aufsuche.
Meine Haarwäsche ist ebenfalls plastikfrei (abgesehen von dem Plastikdeckel des Bio-Apfelessigs) und zum Duschen und Waschen nehme ich nur noch Kernseife. Die Umstellung viel mir sehr leicht, da ich ja schon vor der Plastikzeit auf No Poo umgestiegen bin.

Plastikarm
In einigen Bereichen, habe ich es nicht geschafft auf 100% Plastikfreiheit umzusteigen. Dazu gehört u.a. die Zahnpflege. Richtig, die war eigentlich mal plastikfrei, dank  selbstgemachter Zahnpasta. Die habe ich jedoch nach ein paar Anwendungen leider wieder in die Ecke stellen müssen. Ich gehöre wohl zu den Menschen, die auf ätherische Öle mit Kopfschmerzen reagieren (zumal ich beim ersten Versuch das Öl viiiiiel zu hoch dosiert habe, also aufpassen!) und ich keine Lust hatte dreimal am Tag einen dröhnenden Schädel zu bekommen. Die Bambus-Zahnbürste ist allerdings noch in aktiver Benutzung, wenn auch mit herkömmlicher Zahnpasta. Eventuell werde ich mir demnächst mal Zahnpasta-Tabletten bestellen, auf die mich jemand hier in den Kommentaren freundlicherweise drauf hingewiesen hat! 😉
Die Waschnüsse kamen ja wie berichtet leider in Plastik verpackt an. Diesen Müll konnte ich vorher nicht erahnen, sonst hätte ich ihn vermeiden können. Waschen ist also auch noch nicht 100% plastikfrei.
Schon seit mehreren Jahren benutze ich das Geschirrspülmittel von Ecover. Ich finde es ist total angenehm auf der Haut und das Konzept dieser nachhaltigen Öko-Firma finde ich super! Die Verpackung besteht immerhin zum Teil aus recyceltem Plastik, manchmal auch aus Ocean Plastik und aber leider auch aus Bio-Kunststoff (der ist auch nicht ganz ohne, da schreibe ich später mal mehr zu). Im Moment benutze ich noch Einmal-Spüllappen oder Schwämme, die werde ich jedoch nach und nach durch waschbare Tücher ersetzen.

Plastikreich
Weiterhin plastikreich sind die Bereiche, die ich schon unter den „Regeln“ erläutert habe. Einige Dinge habe ich damals jedoch vergessen aufzuführen, so wie z.B. Klopapier, das es nur in Plastikverpackungen zu kaufen gibt. Inzwischen gibt es aber bei Naturlieferant.de plastikfreies Toilettenpapier zum Bestellen! 1 Box mit 24 Rollen kostet 39,90€ plus 6,90€ Versand. Das klingt erstmal viel, allerdings hat eine Rolle Klopapier rund 700 Blatt und dementsprechend hält sich so eine Box auch lange! Ich hab mich dennoch dagegen entschieden, da ich keine Lagermöglichkeit für so viel Klopapier habe und bis zum meinem Umzug wahrscheinlich nicht alles aufbrauchen würde. Dennoch ist dies auf jeden Fall eine tolle und im Moment wohl die einzige Möglichkeit an plastikfreies Toilettenpapier ranzukommen!
Ein weiterer hoher Plastikfaktor: Taschentücher. Bis jetzt war ich zwar nicht krank, aber gegen die laufende Nase beim Laufen (haha), stecke ich doch immer ein Papier-Taschentuch ein. Mit der Idee, mir wie meine Oma mit Stofftaschentüchern die Nase zu putzen und die Popelrotzschleudern dann wieder in die Tasche zu stecken, konnte ich mich noch nicht anfreunden. Trotzdem bin ich immer wieder erstaunt, wie „öko“ doch die früheren Generationen in mancher Hinsicht waren.
Außerdem benutze ich nach wie vor Plastikbehälter als Aufbewahrungsboxen zum Einfrieren oder für unterwegs. Dennoch hat mir der Film „Plastic Planet“ mal wieder die Gesundheitsrisiken vor Augen geführt und mir den Appetit auf das „Plastik-Essen“ daraus eher verdorben. Deshalb hebe ich auch immer wieder praktische Gläser auf. Denn Glas kann nicht nur recycelt werden, sondern eignet sich auch zum Upcycling! 🙂

Haben Sie Allergien oder andere Unverträglichkeiten? – Ja, ich habe eine starke Allergie gegen Kunststoff entwickelt.
Manchmal habe ich inzwischen den Eindruck, ich reagiere schon fast allergisch auf Plastik. Besonders wenn ich zu Hause oder bei anderen bin, da ich dann ja mein Plastikfasten quasi „aussetze“. In diesen Momenten wird mir immer sehr bewusst, wie sehr Plastik eigentlich unseren Alltag bestimmt. Neulich stand ich im Rewe vor der Bio-Gemüseabteilung, überall schimmert und knistert es! Da war doch wirklich KEINE EINZIGE Gemüsesorte ohne Plastikverpackung zu finden. Gruselig! Bäh! Ih! Allgemein habe ich mich also komplett daran gewöhnt einen großen Bogen um Plastik zu machen. Je länger ich nun diese Grundeinstellung habe, desto selbstverständlicher wird es für mich und desto unverständlicher finde ich den unbedachten, unreflektierten Plastikkonsum meiner Mitmenschen. (Nein, ich verurteile niemanden. Ihr Plastikschleudern! Und ich versuche auch niemanden zu missionieren. Amen. 😀 )

So zum Schluss zeige ich euch, den Plastikmüll, den ich trotz des #Plastikfastens verursacht habe:

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Darunter befindet sich:
– Plastikverpackung von Toilettenpapier
– Knitterfolie aus dem Umschlag, in dem die Zahnbürsten geliefert wurden
– Plastik-Etikett von einem Pesto-Glas, dass ich zum Aufbewahren „upgecycelt“ habe
– Plastikverpackung der Waschnüsse
– Plastikverpackung einer Binde

„One small step for a man, one giant leap for mankind“
Ich kann nicht genau sagen, wie oft ich vorher meinen Plastikmüll (ca. 35L) leeren musste, aber vom Gefühl her würde ich sagen, dass er auf jeden Fall nach 20 Tagen voll war. Deshalb bin ich wirklich erstaunt, mit wie wenigen „Eingriffen“ ich meinen Plastikmüll drastisch reduzieren konnte! Wenn nur jeder Mensch auf dieser Welt ein bisschen mehr auf seinen Plastikkonsum achten würde, dann wäre unserer Erde und den nachfolgenden Generationen schon viel geholfen…

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5 Kommentare

  1. sanftmut · März 3, 2016

    Die Waschbären Lappen/Tücher würden noch interessieren. Hast du schon welche und eine gute Alternative für Schwämme?

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    • plastikfreiheit · März 3, 2016

      Hey 🙂 Cool, einen Waschbären-Laden hab ich hier sogar vor Ort! Für Schwämme noch nicht ne, habe einfach keine mehr benutzt zur Zeit 😀 Hast du da noch Tipps ?

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      • sanftmut · März 3, 2016

        Leider nicht, hatte mir welche von dir erhofft 😉 Man kann die bestimmt auch selber nähen, oder?
        Ich hatte mal gesehen, dass man aus Gemüsenetzen Schwämme häkeln und dann zusammen nähen kann. Das widerspricht aber dem plastikfreien einkaufen.

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      • sanftmut · März 3, 2016

        ich sehe gerade, dass meine Autokorrektur eine ganz andere Nachricht daraus gemacht hat. Ich wollte schreiben: Die waschbaren Lappen würden mich interessieren XD Habe mich schon über deine Antwort gewundert. Ich kenne Waschbären gar nicht ^^‘

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  2. plastikfreiheit · März 3, 2016

    Haha, wie witzig! 😀 Es gibt den Laden tatsächlich, schau mal hier: https://www.waschbaer.de/shop/ Da gibt es bestimmt auch was für waschbare Spüllappen 😉
    Ich hab so ein paar Lappen von Wettex oder so…die hab ich noch von zu Hause mal mitgenommen. Aber ich denke es gibt relativ viele Lappen, die man waschen kann…die normalen bestimmt auch, es sei denn die reißen irgendwann! 😉
    Und über Schwämme hab ich mich noch nicht so informiert, aber die Idee mit dem Häkeln find ich super! Wenn man sowas eh zu Hause hat, für ich das auf jeden Fall mal ausprobieren! 😉

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