Plastikfrei Einkaufen: ein Samstagmorgen auf dem Markt

Ok, ich gebe zu, morgens war es nicht mehr wirklich. Denn als ich nach meinem Sportkurs auf dem Markt ankam, war es schon 12 Uhr. 😀 Seit längerer Zeit hatte ich es endlich mal wieder auf den Markt geschafft! Seit meinem Auslandsjahr in Frankreich liebe ich Märkte! Auch wenn man unsere deutschen Märkte, nicht mit denen in Frankreich vergleichen kann. In la belle France sind die Märkte deutlich günstiger als die Supermärkte, es gibt Marktschreier, Leute die miteinander feilschen und supergünstige Rabatte kurz vor Marktschluss. Außerdem entdeckt man dort immer wieder neue Gerüche, Geschmäcker und Produkte. In Frankreich auf den Markt zu gehen, ist immer ein Erlebnis. Ein wahres Paradies für Gemüse und Frischobst-Anbeter*innen! Besonders da, wo ich meinen Freiwilligendienst leistete, nämlich in einer kleinen Stadt namens Vienne, südlich von Lyon. Dort gibt es nämlich einen der größten Freiluftmärkte mit über 400 Ständen und Zehntausende Besucher*innen. Es ist wahrlich ein Spektakel und kaum mit dem kleinen Markt hier in Göttingen zu vergleichen. Trotzdem liebe ich es den Samstagmorgen/-vormittag/-mittag dort zu verbringen.

Dieses Mal war ich mit der Mission dort, auch die Plastiktüten an den Marktständen abzulehnen, auch wenn sie mit „Die sind aus Maisstärke!“ angepriesen werden (denn Bioplastik ist nicht ein Allheilmittel und DIE Lösung, aber dazu mehr in einem anderen Blogpost). Mit einer Tragetasche und mehreren Jutebeuteln ausgestattet zog ich also los. Wie vermutet, war es so total einfach dem Plastik hier zu entgehen. Denn wenn mich die Verkäufer*innen schon mit meinen mitgebrachten Beuteln sahen, legten sie mir die Ware schon fast von alleine in meine eigene Tasche!

Wenn ich auf dem Markt einkaufen gehe, versuche ich auch wie im Supermarkt auf regionale Produkte zu setzen. (Natürlich landet auch mal Banane, Orange, Mango oder Papaya in meinem Korb. Denn nur von Äpfeln und Birnen zu leben, ist mir dann doch leider zu einseitig im Winter.)
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Meine Ausbeute an diesem Tag bestand aus:
– ca. 0,5 kg bunte Möhren
– 1 kg Kartoffeln
– 1 Bio-Dinkelbrötchen
– 2 Orangen
– 4 Äpfel
– 1 Zucchini
– 2 „Büschel“ Grünkohl
…frisches Gemüse und Obst aus der Region (bis auf Zucchini und Orangen :D) und das für unter 10 €.

Plastikfrei Einkaufen ist auf dem Markt sicherlich am entspanntesten, denn da sind selbst Gurken nicht in ein „Plastikkondom“ gestülpt und der Brokkoli hat auch keine Plastikhaube auf. Beim nächsten Mal bringe ich mir noch eigene Behälter mit, dann kann ich am Nudelstand, frisch gemachte Pasta mitnehmen, denn die kommt da nämlich sonst auch in einen Plastikbehälter. Auch an den Käse oder Antipasti-Ständen kann man sich sicherlich die Ware in eigene Behälter verpacken lassen. Ich Dummerchen habe leider vergessen welche mitzunehmen, aber das nächste Mal werde ich das Testen. Lediglich Joghurt habe ich vermisst. In Frankreich konnte man den sich frischen Joghurt immer abfüllen lassen, genauso wie frische Milch (bäh, mag ich leider so gar nicht).

Ich würde mich allgemein als „Flexitarierin“ beschreiben, ich esse zwar grundsätzlich Fleisch, aber nur seeehr wenig. Eigentlich nur wenn ich zu Hause bei meinen Eltern bin und auch dann auch nur helles, fettarmes Geflügel-Fleisch. Seit meinem Plastikfasten-Experiment habe ich allerdings festgestellt, dass ich mich zum Großteil automatisch und unbewusst vegan ernähre, wenn ich selbst koche (außer in der Mensa oder bei meinen Eltern oder Freunden). Käse gibt es im Supermarkt nämlich nur in Plastik verpackt. Joghurt gibt es zwar auch im Glas, bis jetzt habe ich den allerdings aber noch nicht probiert. Und meinen geliebten Sojade-Joghurt ist nur im Plastikbecher vorzufinden. 😦  Ich würde ja auch gerne mal ausprobieren Joghurt selbst zu machen. Für Soja-Joghurt bräuchte man allerdings Soja-Milch und ein paar Löffel Soja-Joghurt (später kann man dann den selbsthergestellten verwenden), das ist also nicht wirklich plastikfrei. Ach ja und man braucht einen Backofen – den ich hier in meiner 1-Zimmer-Butze nicht habe.

Fazit des Tages: Rewe, Tegut, Kaufland, Markt oder Alnatura? Der Markt schneidet eindeutig am besten ab, was das plastikfreie Einkaufen anbelangt. Natürlich bekommt man dort nicht alles, aber die meiste Ware ist zudem frisch und aus der Region! 🙂

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