Plastikfrei Einkaufen im „Edel Unverpackt“ in Hannover

Durch Zufall habe ich über Facebook erfahren, dass am Samstag, den 22. Februar, der erste Unverpackt-Laden in Hannover eröffnet hat! Am Dienstag musste ich sowieso nach Hannover. Diese Fügung des Schicksals durfte ich natürlich nicht ungeachtet lassen und stattete dem Laden einen Besuch ab.

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Und so funktioniert’s:
Mit Tupperware und Glasgefäßen ausgestattet machte ich mich auf den Weg zum „Edel Unverpackt“, der sich in der Hannoveraner Nordstadt (An der Christuskirche 11) befindet. Zu Beginn muss man seine mitgebrachten Gefäße wiegen und das Gewicht mit kleinen Post-it Zetteln markieren. Und dann geht der Abfüll-Spaß los. Im „Edel Unverpackt“ gibt es (fast) alles was das plastikfreie Herz begehrt. Von Getreide, Müsli, Reis, Nudeln über Süßigkeiten und Tee bis zu Öl, Käse, Milch und Butter. Außerdem bietet der Laden auch Gemüse und Obst an. Besonders erstaunt war ich, als ich sogar die HYDROPHIL-Zahnbürsten, Menstruationstassen, Stoff-Binden und Haarseifen entdeckte. Und falls man vergessen hat seine eigenen Gefäße mitzubringen oder einfach noch keine passenden besitzt, kann man dort auch Alu-Brotboxen, Weckgläser oder praktische Leinen-Säckchen erwerben. Nachdem man seine Behälter munter aufgefüllt hat, wird alles an der Kasse zum Bezahlen gewogen. An der Kasse gibt es außerdem noch eine kleine Backtheke, wo Brot, Brötchen und kleine süße Teilchen angeboten werden.

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Die Frage aller Fragen: Wie teuer ist der Spaß?
Natürlich sind die Preise höher als in den typischen plastikverseuchten Discount-Supermärkten. Außerdem sind die Preise pro 100g angegeben, was im ersten Moment etwas verwirrend sein kann. Hier ein paar Preisbeispiele mit ungefähren (!!!) Vergleichspreisen.

– Naturreis rund: 0,49 € / 100g
– Quinoa: 1,29€ / 100g (zum Vergleich: Alnatura Quinoa ca. 0,99 € / 100g)
– Couscous: 0,59€ / 100g (zum Vergleich: Double Elephant Cousous ca. 0,36€ / 100g)
– Vollkornnudeln: 0,35 € / 100g (zum Vergleich: Barilla Vollkorn Fussili ca. 0,39€ / 100g)

Ich habe Beispielsweise für 6 Feigen, 400g Reis, 80 g Professorenfutter, 300g Vollkorn-Spiralen und 1 Dinkelbrötchen 6€ ausgegeben. Den Preis finde ich für umweltfreundliches Einkaufen vollkommen vertretbar. Außerdem geht man dort ja nicht ständig einkaufen. Wenn ich so einen Laden in der Nähe hätte, würde ich z.B. dort zur Ergänzung hingehen, um die Produkte zu kaufen, die ich ansonsten im normalen Supermarkt nicht plastikfrei bekomme.


Was fehlt?

Da der Laden erst seit kurzem eröffnet wurde, kann man als Kunde an der Kasse seine Wunschprodukte in eine Liste eintragen. Alles, was einem noch fehlt und man dort gerne kaufen würde. Ich hätte es z.B. toll gefunden, wenn es dort auch ökologisches Waschmittel oder Geschirrspülmittel (z.B. von Ecover) zum Nachfüllen geben würde. Auch Tofu und Mandel- oder Sojamilch o.Ä. habe ich vermisst. Dennoch deckt der Laden definitiv alle Nahrungsmittel ab, die man sonst nur in einer Plastikverpackung erhält, wie z.B. Quinoa oder Nüsse!

Wer noch mehr über das Sortiment oder die Hintergründe lesen möchte, findet man auf der Homepage noch nähere Informationen, u.a. wie der Laden zu seinem Namen kam.
Oder ihr geht einfach mal vorbei, wenn ihr in Hannover wohnt oder sowieso mal dort seid. Es lohnt sich wirklich! Man entdeckt viele neue Produkte und stellt fest, wie einfach es doch sein kann verpackungsfrei einzukaufen

„LoLa – der Loseladen“ 
Im März eröffnet ein weiterer Unverpackt-Laden, allerdings in der Südstadt in Hannover.  „LoLa – der Loseladen“ wird zu 100% plastikfrei sein, da es dort wohl noch nicht mal die Plastikbehälter zum Abfüllen wie im „Edel Unverpackt“ geben wird. Dafür hat der Besitzer sogar extra Behälter entwickelt, die nur aus Glas, Holz und Edelstahl bestehen (http://lola-hannover.de/pdf/HAZ.pdf). Konkurrenzdenken herrsche zwischen den beiden Läden allerdings überhaupt nicht, wie mir die zwei Verkäuferinnen aus dem „Edel Unverpackt“ versicherten. Man helfe sich eher und sei am Austausch interessiert, außerdem befinden sie sich ja in verschiedenen Teilen von Hannover.
Wer mehr über den Laden uns das Konzept herausfinden möchte, kann sich hier näher informieren.

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Waschnüsse im Test

Laut dem Umweltbundesamt wird in Deutschland jedes Jahr 630.000 Tonnen Waschmittel verbraucht. Das bedeutet, dass im Schnitt jede*r Deutsche*r 8 kg Waschmittel jährlich benötigt. Auf diese Menge komme ich aber bei Weitem nicht. Meine letzte Flasche Flüssigwaschmittel (1,5L) hat bei mir 1 Jahr lang gehalten. Allerdings habe ich auch herausgefunden, dass  Flüssigwaschmittel besonders umweltschädlich sein sollen.
Natürlich fällt bei Waschmittel nicht so viel Plastikmüll an wie z.B. bei Shampoo oder Duschgel. Auch Nachfüllbehälter sind eine gute nachhaltigere Alternative bei Waschmitteln, wenn man die Möglichkeit zum Auffüllen hat. Trotzdem ist Waschmittel auch im Allgemeinen sehr umweltbelastend. Zum Einen sei in diesem Zuge der hohe Wasserverbrauch und die hohen Energiekosten (v.a. beim Trockner) erwähnt, zum Anderen enthalten sie natürlich viele Chemikalien, die nicht oder nur schwer abbaubar sind und sich so über Umwege in Gewässern anreichern und Organismen schädigen können (http://www.umweltbundesamt.de/themen/chemikalien/wasch-reinigungsmittel/umweltbewusst-waschen-reinigen). Die besonders umweltbelastenden Weichspüler habe ich persönlich eh noch nie benutzt. Auf der Suche nach plastikfreien und umweltfreundlicheren Alternativen, bin ich irgendwann auf Waschnüsse gestoßen.

Warum heißen Waschnüsse, Waschnüsse?
Waschnüsse sind die Früchte des Seifenbaums und kommen aus Indien und Nepal. Sie enthalten Saponin, das eine natürliche Fettlösekraft ähnlich wie Seife hat. Besonders Allergiker, die chemisches Waschmittel nicht vertragen, sollen wohl mit Waschnüssen gut zurechtkommen. Angeblich soll man nicht nur Wäsche damit waschen können, sondern man kann die Waschnüsse auch als Allzweckreiniger verarbeiten, Haare damit waschen (das werde ich bestimmt mal testen :D) oder zur Körperpflege verwenden. (Quelle: http://bund-sachsen-anhalt.de/?id=632)

Die Nuss im Schleudergang
Wie das Waschen mit den Waschnüssen funktioniert, ist auf dem Beutel erklärt und ist eigentlich recht simpel:
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Doch Waschen mit Waschnüssen ist kein Allheilmittel. Wenn alle anfangen würden mit Waschnüssen ihre Wäsche zu waschen, hätte man schon mal ein echtes Ressourcenproblem…

Pro Waschnüsse
1. Für 1kg Waschnüsse habe ich 13,99€ bezahlt. Da man pro Waschgang nur 4-6 Nusshälften (je nach Wasserhärte) benötigt, hält sich so ein Sack entsprechend lang. Waschnüsse sind somit billiger als herkömmliche Waschmittel. 
2. Waschnüsse sind außerdem umweltfreundlich, ganz im Gegensatz zu den herkömmlichen Chemiebomben, denn die Nüsse können nach dem Waschgang kompostiert werden.
3. Waschnüsse stinken. Und das sage nicht nur ich, mit meiner feinen und empfindlichen Nase, sondern auch viele Testberichte, die man im Internet so findet. Warum ist das jetzt ein Vorteil? 😀 Keine Angst, die Wäsche stinkt nach dem Waschen keinesfalls! 😉 Sie ist duftneutral, also riecht nicht künstlich/chemisch sondern nach frisch gewaschener Wäsche, was mir persönlich sehr gut gefällt.

Contra Waschnüsse
1.
Die Waschnüsse von Salveo sind nicht plastikfrei. Der Beutel war von außen in Plastik eingepackt und auch im Leinensäckchen sind die Waschnüsse an sich noch einmal in einem wiederverschließbaren Plastikbeutel verpackt, vermutlich wegen des Geruchs. Deutlicher Minuspunkt also.


2. Ich habe die Waschnüsse damals über Amazon bestellt. Ja, ich weiß, Amazon ist nicht sonderlich unterstützenswert, Stichwort Arbeitsbedingungen und Lieferungswege. Deshalb auch hier Abzüge. Im Nachhinein habe ich Waschnüsse auch im Bio-Laden entdeckt, leider zu spät. Die hatten nämlich nur eine Plastikverpackung und haben natürlich eine bessere Co2-Bilanz als Internetbestellungen, ABER…
3. …natürlich kommen aber auch diese Waschnüsse aus Indien und haben also einen langen Importweg hinter sich.
4. In einigen Berichten, wie z.B. in diesem hier (allerdings schon von 2008) habe ich gelesen, dass das steigende Interesse an Waschnüssen in Europa und Amerika die Preise in Indien in die Höhe schnellen lies, sodass sich inzwischen der*die durchschnittliche Inder*in  dieses „Öko-Produkt“ nicht mehr leisten kann und auf chemisches Waschmittel zurückgreift. Außerdem haben auch in Indien die meisten eine Waschmaschine und greifen somit eher zu industriellen und aggressiveren Mitteln.

Und in puncto Sauberkeit?
In einigen Testberichten viel die Waschleistung bei Flecken wohl als unzureichend aus. Da kann ich leider nicht mit Erfahrungswerten dienen, da meine Wäsche selten stark verschmutzt oder fleckig ist (komischerweise kleckere ich sowieso immer nur, wenn ich zu Hause bei meinen Eltern bin – Zufall!? :D). Dementsprechend war ich mit der Waschleistung vollkommen zufrieden. Die Wäsche riecht frisch gewaschen und sauber, aber eben nicht nach irgendwelchen künstlichen pinken Blumen/weißer Lilie/Sommerwiese oder *hier beliebigen poetischen Namen einsetzen*. Für hartnäckige Flecken könnte man evtl. auf Gallseife zurückgreifen. Die ist jedoch meistens nicht vegetarisch oder gar vegan, da sie aus Rindergalle hergestellt wird und außerdem oft Palmöl enthält (warum Palmöl problematisch ist? HIER findest du mehr Infos.)

Waschnüsse – Fluch und Segen zugleich!?
Ich muss schon zugeben, dass ich von den Waschnüssen EIGENTLICH sehr begeistert war nach vier Waschgängen. Richtig, eigentlich. Und dieses „eigentlich“, bedingt durch die vielen Nachteile, lastet dann doch etwas auf meiner Öko-Seele. Ich denke nicht, dass ich mir eine neue Packung Waschnüsse kaufen würde, wenn meine irgendwann mal leer sein sollte. Diese jetzt zu verschenken oder gar wegzuwerfen, wäre meiner Meinung nach aber auch totale Verschwendung! Ich werde mich also bis dahin nach anderen Alternativen umsehen. Angeblich soll man auch mit Efeu oder einem Kastanien-Sud waschen können. Zumindest klingt das vielversprechend, Efeu und Kastanien wachsen schließlich hier in Deutschland und gehören zu keiner knappen Ressource. Dazu später eventuell mehr.
Über weitere Anregungen und Tipps wäre ich sehr dankbar! 🙂

Plastikfrei Einkaufen: ein Samstagmorgen auf dem Markt

Ok, ich gebe zu, morgens war es nicht mehr wirklich. Denn als ich nach meinem Sportkurs auf dem Markt ankam, war es schon 12 Uhr. 😀 Seit längerer Zeit hatte ich es endlich mal wieder auf den Markt geschafft! Seit meinem Auslandsjahr in Frankreich liebe ich Märkte! Auch wenn man unsere deutschen Märkte, nicht mit denen in Frankreich vergleichen kann. In la belle France sind die Märkte deutlich günstiger als die Supermärkte, es gibt Marktschreier, Leute die miteinander feilschen und supergünstige Rabatte kurz vor Marktschluss. Außerdem entdeckt man dort immer wieder neue Gerüche, Geschmäcker und Produkte. In Frankreich auf den Markt zu gehen, ist immer ein Erlebnis. Ein wahres Paradies für Gemüse und Frischobst-Anbeter*innen! Besonders da, wo ich meinen Freiwilligendienst leistete, nämlich in einer kleinen Stadt namens Vienne, südlich von Lyon. Dort gibt es nämlich einen der größten Freiluftmärkte mit über 400 Ständen und Zehntausende Besucher*innen. Es ist wahrlich ein Spektakel und kaum mit dem kleinen Markt hier in Göttingen zu vergleichen. Trotzdem liebe ich es den Samstagmorgen/-vormittag/-mittag dort zu verbringen.

Dieses Mal war ich mit der Mission dort, auch die Plastiktüten an den Marktständen abzulehnen, auch wenn sie mit „Die sind aus Maisstärke!“ angepriesen werden (denn Bioplastik ist nicht ein Allheilmittel und DIE Lösung, aber dazu mehr in einem anderen Blogpost). Mit einer Tragetasche und mehreren Jutebeuteln ausgestattet zog ich also los. Wie vermutet, war es so total einfach dem Plastik hier zu entgehen. Denn wenn mich die Verkäufer*innen schon mit meinen mitgebrachten Beuteln sahen, legten sie mir die Ware schon fast von alleine in meine eigene Tasche!

Wenn ich auf dem Markt einkaufen gehe, versuche ich auch wie im Supermarkt auf regionale Produkte zu setzen. (Natürlich landet auch mal Banane, Orange, Mango oder Papaya in meinem Korb. Denn nur von Äpfeln und Birnen zu leben, ist mir dann doch leider zu einseitig im Winter.)
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Meine Ausbeute an diesem Tag bestand aus:
– ca. 0,5 kg bunte Möhren
– 1 kg Kartoffeln
– 1 Bio-Dinkelbrötchen
– 2 Orangen
– 4 Äpfel
– 1 Zucchini
– 2 „Büschel“ Grünkohl
…frisches Gemüse und Obst aus der Region (bis auf Zucchini und Orangen :D) und das für unter 10 €.

Plastikfrei Einkaufen ist auf dem Markt sicherlich am entspanntesten, denn da sind selbst Gurken nicht in ein „Plastikkondom“ gestülpt und der Brokkoli hat auch keine Plastikhaube auf. Beim nächsten Mal bringe ich mir noch eigene Behälter mit, dann kann ich am Nudelstand, frisch gemachte Pasta mitnehmen, denn die kommt da nämlich sonst auch in einen Plastikbehälter. Auch an den Käse oder Antipasti-Ständen kann man sich sicherlich die Ware in eigene Behälter verpacken lassen. Ich Dummerchen habe leider vergessen welche mitzunehmen, aber das nächste Mal werde ich das Testen. Lediglich Joghurt habe ich vermisst. In Frankreich konnte man den sich frischen Joghurt immer abfüllen lassen, genauso wie frische Milch (bäh, mag ich leider so gar nicht).

Ich würde mich allgemein als „Flexitarierin“ beschreiben, ich esse zwar grundsätzlich Fleisch, aber nur seeehr wenig. Eigentlich nur wenn ich zu Hause bei meinen Eltern bin und auch dann auch nur helles, fettarmes Geflügel-Fleisch. Seit meinem Plastikfasten-Experiment habe ich allerdings festgestellt, dass ich mich zum Großteil automatisch und unbewusst vegan ernähre, wenn ich selbst koche (außer in der Mensa oder bei meinen Eltern oder Freunden). Käse gibt es im Supermarkt nämlich nur in Plastik verpackt. Joghurt gibt es zwar auch im Glas, bis jetzt habe ich den allerdings aber noch nicht probiert. Und meinen geliebten Sojade-Joghurt ist nur im Plastikbecher vorzufinden. 😦  Ich würde ja auch gerne mal ausprobieren Joghurt selbst zu machen. Für Soja-Joghurt bräuchte man allerdings Soja-Milch und ein paar Löffel Soja-Joghurt (später kann man dann den selbsthergestellten verwenden), das ist also nicht wirklich plastikfrei. Ach ja und man braucht einen Backofen – den ich hier in meiner 1-Zimmer-Butze nicht habe.

Fazit des Tages: Rewe, Tegut, Kaufland, Markt oder Alnatura? Der Markt schneidet eindeutig am besten ab, was das plastikfreie Einkaufen anbelangt. Natürlich bekommt man dort nicht alles, aber die meiste Ware ist zudem frisch und aus der Region! 🙂

Plastikfreie Haarwäsche

Achtung! Dieser Beitrag kann Spuren von Schuppen, Juckreiz und Fett enthalten. Bei schwachem Gemüt, habt ihr jetzt noch die Chance schnell wegzuklicken! 😉 

Schon seit längerer Zeit bin ich unzufrieden mit meinen Shampoos gewesen. Genau genommen SEHR unzufrieden. Seit 5 Jahren muss ich meine Shampoos sowieso regelmäßig wechseln, weil meine Haare nach zu langer Benutzung von ein und demselben Produkt mit schnellem Fetten, Schuppen oder Elektrisieren reagieren. Die letzten zwei Jahre haben sich meine Haare mit dem Every-Day-Shampoo von Sebamed relativ wohl gefühlt. „Every day“ hab ich mir zwar nicht die Haare gewaschen, aber ca. alle 2-3 Tage. Laut Verpackung ist das Shampoo seifen-und alkalifrei, „besonders mild durch Zuckertensid“, pH-hautneutral und kommt ohne Farbstoffe und Silikone aus. Aha. Klingt ja toll. Natürlich und mild, super! Von richtiger Haarpflege hatte ich ansonsten aber keine Ahnung. Ich wusste nur, dass Silikone schlecht sind.

Warum sind Silikone böse?
Silikone sind inzwischen schon länger verpönt und es gibt nun eine Bandbreite an Naturkosmetika, die ohne sie auskommen. Silikone legen sich wie eine feste Schicht um die Haare, „versiegeln“ Haare und Kopfhaut regelrecht, sodass sie zunächst glatt und gesund wirken. Doch sie sind z.T. nicht wasserlöslich, bleiben im Haar und beschweren es mit der Zeit zunehmend. Silikone können also nicht ausgewaschen werden. Deshalb kann es mehrere Wochen dauern, bis das Haar sich von ihnen befreit hat. In der Zeit können die Haare schwer und spröde wirken. Das habe auch ich bei der Umstellung von herkömmlichen Shampoos auf Sebamed festgestellt. Wenn diese Zeit vorüber ist, dann glänzen die Haare aber auch wieder wie vorher und fühlen sich viel leichter und gesünder an! (Mehr Infos findet ihr  z.B. unter http://www.oekotest.de/cgi/index.cgi?artnr=104008&bernr=10)

Im Chemie-Dschungel und die Sache mit dem pH-Wert
Ich gebe zu, dass ich durch die vielen Bezeichnungen der Inhaltsstoffe ziemlich verloren war und es auch immer noch bin. So habe ich z.B. rausgefunden, dass Propylene Glycol, was in meinem Sabamed-Shampoo enthalten war, als Feuchthaltemittel eingesetzt wird und ein Erdöl-Derivat ist. Dies kann allergische Reaktionen hervorrufen und die Kopfhaut für Giftstoffe durchlässig machen. Eine weitere Auflistung der ganzen chemischen Bezeichnungen spare ich euch an dieser Stelle. Aber man kann schon sagen, dass Sebamed deutlich gesundheitsfreundlicher ist als andere Shampoos, da u.a. auch der hautfreundliche Konservierungsstoff Phenoxyethanol verwendet wird anstatt Natriumazid beispielsweise.
Unsere Haut und damit auch die Kopfhaut hat einen pH-Wert von ca. 5,5 und ist damit leicht sauer. Das Sebamed-Shampoo liegt  z.B. genau bei 5,5 und ist damit „haar- und hautneutral“ und schützt den natürlichen Säureschutzmantel. Ein weiterer Pluspunkt für mein Shampoo, das half mir allerdings nicht weiter, denn nach 2 Jahren Ruhe dank Sebamed fingen meine Haare und meine Kopfhaut erneut an, sich zu „beschweren“. Ich war ratlos. Meine Haare wurden wieder super schnell fettig, Schuppen konnte ich zwar mit abwechselndem Anwenden vom Sebamed Every-Day-Shampoo und dem Schuppen-Shampoo ein wenig eindämmen. Effektiv ist jedoch was Anderes. Daraufhin suchte ich nach weiteren Alternativen und landete bei…

…no poo? Keine Scheiße?
Kein Scheiß! (Ok, schluss mit den schlechten Wortspielen, zurück zum Ernst der Haarpflege 😉 ) Ich dachte mir, schlimmer geht nimmer. Anstatt meine Haare mit natürlicheren aber dennoch chemischen Mittelchen zuzuballern, wasche ich eben nur noch mit Wasser! Müssen die Menschen früher ja schließlich auch hinbekommen haben. Dank verschiedener Erfahrungsberichte auf Blogs oder YouTube, wusste ich ungefähr auf was ich mich einließ. Vier Wochen lang trug ich nur noch Pferdeschwanz oder Dutt, da mein Ansatz schon sehr fettig war, sodass offene Haare keinem zumutbar waren. Haarkämmen habe ich vorher immer als lästig empfunden. Nun begann ich allerdings morgens und abends meine Haare und insbesondere meine Kopfhaut kräftig zu bürsten (100 Bürstenstriche am Tag und so, haha!), in der Hoffnung einen Teil der Schuppen so rauskämmen zu können. Wirklich viel schlimmer sind die Schuppen in der Zeit nicht geworden. Ein von manchen als unerträglich beschriebener Juckreiz blieb bei mir zum Glück aus. Doch mit jeder Woche, wurden meine Haare weniger schnell fettig, sodass ich das nächste Waschen 4-5 Tage hinauszögern konnte. Lediglich eine hartnäckige Stelle am Hinterkopf wollte und wollte sich nicht entfetten lassen. So griff ich nach fünf Wochen „Water only“ und in der ersten Wochen meines Plastikfastens zu PLASTIKFREIEN Alternativen: Natron und Apfelessig! Klingt eklig? Ist es nicht! Kein Scheiß! (No poo! :D)

Ein plastikfreies Shampoo-Rezept mit Apfelessig-Spülung
Dafür nimmt man einfach 1 EL Natron mit 1 EL Wasser. Verrührt beides zu einer Paste, massiert es auf der Kopfhaut ein und lässt es ein wenig einziehen.  Das fühlt sich vielleicht merkwürdig an! Total trocken und irgendwie fast staubig! 😀 Nach dem Ausspülen wurde das Gefühl auch nicht wirklich besser, kein Wunder, denn Natron ist ja ein Salz (da war der Chemieunterricht doch mal nützlich), damit stark alkalisch und löst Schmutz und Fett aus den Haaren . Wenn ihr euch noch an den Anfang des Posts erinnern könnt, dann wisst ihr ja, dass unsere Haut eher sauer ist (pH 5,5). Deshalb muss man nach diese Natron-Wäsche eine saure Rinse, quasi als „Spülung“ machen. Ich habe dafür 1 Liter Wasser mit 1 EL Bio-Apfelessig gemischt und damit meine Haare gespült. Danach soll man die Haare nicht nochmal mit klarem Wasser nachwaschen, auch wenn man das Bedürfnis hat aufgrund des Essig-Geruchs. Keine, Sorge! Der verfliegt ganz schnell von alleine, spätestens nach dem Föhnen.

Was soll ich sagen? Ich bin schwer begeistert. Alle Schuppen, wirklich ALLE waren weg! Meine Haare fühlten sich viel weicher und luftiger an. Keine Spur vom fettigen Ansatz war mehr zu sehen. Offene Haare fühlen sich toll an! Erst nach 4 Tagen musste ich mir die Haare wieder waschen, weil sie leicht fettig waren und die Schuppen wiedergekommen sind. Ich habe allerdings dafür erstmal wieder nur Wasser benutzt. Mal schauen, wie oft ich die Natron-Essig-Wäsche mache.
Ein weiterer Pluspunkt für diese Art der Haarwäsche ist auch der Kostenfaktor! Der Apfelessig hat mich ca. 1,50€ gekostet und ein Päckchen Natron kostet auch nicht die Welt. Billiger also als jedes Naturkosmetik-Bio-Shampoo oder die klassischen Silikonbomben! Ganz zu schweigen von den unzähligen Zusatzpflegeprodukte wie Spülung, Conditioner, etc…

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10 Dinge, die mir beim plastikfreien Einkaufen bei REWE aufgefallen sind.

Heute war ich im Rewe einkaufen, dabei sind mir mal wieder ein paar Dinge ins Auge gesprungen.

1. Plastikfrei einkaufen kann man nicht nur in Bio-Läden wie Alnatura oder Tegut.
2. Die Einkaufstasche ist durch Glasflaschen eindeutig schwerer geworden.
3. Äpfel kann man auch einzeln aufs Band legen. Der Kassierer hat sich nicht über die losen Äpfel beschwert, er konnte sie ganz problemlos zusammen und OHNE Plastiktüte auf die Waage legen.
4. Vollkorn-Nudeln gibt es zwar im Karton, allerdings mit Sichtfenster aus Plastik. Weizennudeln gibt es dafür ganz plastikfrei!? Sinn!?
5. In fast jeder Tomatensoße im Glas ist Zucker. Nicht nur ein bisschen, sondern VIEL Zucker. Grmpf.
6. Mein Einkauf ist NICHT teurer geworden.
7. Paprikas in Plastik sind viiiiiiiiiiiel billiger als die einzelnen, unverpackten! Deshalb keine Paprika für mich heute…
8. Die komplette Kühltheken-Abteilung mit Käse, Milch und Joghurt kann ich überspringen – alles in Plastik verpackt (außer Landliebe Joghurt, den gibt’s im Glas). Wenn ich vorher also mehr Zeit gebraucht habe um beim Obst und Gemüse die plastikfreien Sorten abzuchecken, habe ich das spätestens da wieder aufgeholt. YEAH!
9. Reis gibt es ausschließlich in Plastiktüten, Couscous und Bulger dagegen im Karton.
10. Bei der Bäckerfiliale vorm REWE habe ich mir ein kleines Dinkelbrot geholt. Als die Verkäuferin selbstverständlich zur Plastiktüte griff,hielt ich sie gerade rechtzeitig noch auf: „Kann ich das Brot auch in einer Papiertüte bekommen?“ Keinesfalls verdutzt antwortete sie: „Aber natürlich!“ und drückte mir mein Brot in der klassischen Bäckertüte in die Hand (das Brot war aber auch sehr klein, sodass es einfach da rein passte!). SO einfach können plastikfreie Alternativen manchmal sein. 🙂

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Plastikfreie Zahnpflege

Der Titel lässt es erahnen, natürlich kommt auch unsere alltägliche, mehrmalige Zahnpflege nicht ohne Plastik aus. Zahnpastatuben, Zahnbürsten, Putzbecher. Alles aus Plastik! Unsere Vorfahren kamen natürlich ganz ohne Zahnbürsten aus. Das heißt aber noch lange nicht, dass wir das heutzutage auch noch können, denn unsere Nahrung ist inzwischen viel zucker- und säurehaltiger und das macht Zahnpflege somit nötig.

Welche plastikfreien Alternativen gibt es also?
Nach einigen Recherchen bin ich auf verschiedene Anbieter von Bambus-Zahnbürsten gekommen. Bambus ist ein schnell wachsender Rohstoff, der biologisch abbaubar ist. Das wasserliebende Hamburger Unternehmen HYDROPHIL stellt Bambus-Zahnbürsten mit Nylon-Borsten her. Also nur der Stiel ist zu 100% kompostierbar. Allerdings sind die Borsten BPA-frei. BPA oder Bisphenol A ist ein Hormon, dass zur Herstellung von Kunststoff benötigt wird und in vielen Alltagsgegenständen zu finden ist. BPA kann sich aus Produkten lösen und schon in winzigen Mengen in unseren Hormonhaushalt eingreifen. Seit einiger Zeit ist es in der EU in Babyartikeln, wie z.B. Flaschen verboten (Quelle: http://www.bund.net/bisphenol-a). Die Zahnbürsten von HYDROPHIL sind zudem noch vegan und wasserneutral produziert. Auf der Homepage findet ihr noch weitere interessante Produkte, wie Zahnpasta (allerdings leider noch in einer Plastiktube).
Mehr dazu findet ihr unter http://www.hydrophil.biz

Ich habe mich für eine 100% kompostierbare Zahnbürste von SIDCO entschieden. Auch die Borsten bestehen nämlich aus Bambusviskose (Viskose ist auch nicht ganz unproblematisch und eigentlich kein Naturprodukt mehr sondern mit Chemikalien vollgepumpt. Da es mir jedoch erstmal um die Kompostierbarkeit ging, habe ich mich dennoch für diese Zahnbürste entschieden) . Doch wo kommt der Bambus eigentlich her? Laut Homepage stammt er aus „nachhaltigem Anbau, nicht aus Panda-Wohnräumen oder gefährdeten Gebieten“ (Quelle: http://www.sidco.de/Bambus-Zahnbuersten). Die Zahnbürsten gibt es mit verschiedenen Farbmarkierungen.
Mehr dazu unter http://www.sidco.de

 

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Zahnpasta ohne Plastiktube…
…gibt es nicht! Auch HYDROPHIL schreibt auf der Homepage, dass sie noch keine Alternative gefunden haben und immer noch auf der Suche nach einer plastikfreien Tube sind. Da bleibt in dem Falle nur Selbermachen übrig. Ich habe einige Erfahrungsberichte gelesen und meine eigene Zahnpasta angerührt. Und das geht so:

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  • 4 EL natives, kaltgepresstes Kokosöl
  • 3 EL Natron zum Backen
  • einige wenige (!) Tropfen Bio-Pfefferminzöl je nach Geschmack
    (ACHTUNG! Nicht zu viel! Denn ätherische Öle können wohl bei manchen Menschen Kopfschmerzen, Übelkeit und/oder andere Nebenwirkungen auslösen. In meiner ersten Mischung hatte ich auch viel zu viel Pfefferminzöl und musste es wieder mit Kokosöl strecken. Genaue Angaben wie viel ätherisches Öl richtig ist, sind sehr verwirrend und von der Grundmenge an Koksöl abhängig. Ich werde auf jeden Fall nicht mehr als 2 Tropfen für diese Menge in Zukunft verwenden.)

Das Kokosöl im Wasserbad einfach schmelzen lassen und dann mit dem Natron und Pfefferminzöl vermischen. Es dauert einige Zeit bis die Zahnpasta fest wird. Währenddessen immer wieder umrühren, damit es homogen bleibt.

Die fertige Zahnpasta dann noch einmal Abschmecken und ggf. noch ein paar Tropfen Pfefferminzöl hinzugeben. Anschließend einfach in ein Glasgefäß umfüllen und ausprobieren!

Ein neues Putzgefühl?
Ein richtiges Fazit kann ich noch nicht ziehen, da ich mir erst zweimal inzwischen mit der Bambus-Zahnbürste und der Zahnpasta die Zähne geputzt habe. Allerdings kann ich sagen, dass es am Anfang ein bisschen komisch war, da die Zahnbürste natürlich ein wenig nach Holz schmeckt. Ungewohnt ist es auch, dass die Zahncreme natürlich nicht schäumt. Ich denke aber, dass ich mich schnell daran gewöhne, denn nach dem Putzen hat man auf jeden Fall ein sauberes und frisches Gefühl im Mund. Ein erster Schritt Richtung plastikfreies Bad ist bei mir also getan. Zumindest bei der Zahnpflege, denn die sieht bei mir jetzt so aus: 0 Plastik, yeah!

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Mein #Klimafasten

Dieses Jahr habe ich mich ein wenig auf die Fastenzeit vorbereitet. Seit einigen Wochen stöbere ich auf Selbstversorger-Blogs, YouTube-Kanäle über Minimalismus und überall da, wo man eben alternative Bio-Öko-Hippies findet…

Eins ist klar, wenn man bewusst auf Plastik verzichtet, bringt das einen ganz schön großen Einschnitt ins alltägliche Leben mit sich. Schau dich doch mal in deinem Zimmer um. Du bist immer von Plastik umgeben, egal wo du dich gerade befindest. Ob im Badezimmer, in der Küche oder im Wohnzimmer, überall ist Plastik. Duschgel, Shampoo, Creme? Alles in Plastikflaschen. Zahnpasta, Waschmittel und Seife? Ebenfalls. Selbst Zahnbürsten sind komplett aus Plastik. Reis, Nudeln, Tofu, Käse? Auch alles in Plastikverpackungen. Gemüse packt man im Supermarkt wie selbstverständlich in Plastikbeutel zum Wiegen, wenn es nicht schon selbst in einer Plastikschale mit Plastikfolie eingepackt ist. Selbst Bio-Gemüse ist oft dreimal in Folie gewickelt. Und kommt dann meist auch noch aus Südamerika. Da bleibt nur Kopfschütteln. Wir schwimmen also förmlich im Plastik.

Jetzt habt ihr vielleicht schon die Vermutung, dass dieses Experiment ein wenig an Vorbereitung benötigt. Ich hab deshalb schon vor einigen Wochen begonnen mich zu informieren, Tipps zusammen zu sammeln und einige Produkte zu bestellen. Im Laufe meiner Recherchen, habe ich auch festgestellt, dass ich dem Experiment doch Grenzen setzen muss, obwohl ich lieber nach dem Prinzip vorgehe: Ganz oder gar nicht.

Hier also meine Regeln:
1. Ich darf solange meine Plastikzahnbürste verwenden bis meine komplett plastikfreie Bambus-Zahnbürste angekommen ist. (Die habe ich zu spät bestellt und Mundgeruch möchte ich niemandem in meiner Umgebung zumuten!)
2. Auswärts essen, d.h. in der Mensa, im Restaurant, bei meinen Eltern, bei Freunden/Verwandten oder Bekannten ist von der Plastikfreiheit ausgenommen. Denn ich habe keine Lust allen Menschen in meiner Umgebung auf den Wecker zu fallen. 😉
3. Meine Gesichtspflege-Produkte (Reinigungsschaum, Gesichtscreme, Make-Up, Puder) benutze ich weiterhin aus Plastikflaschen. Aufgrund meiner schlechten, zu Akne neigender Haut möchte ich da nicht zu viel rumexperimentieren.
4. Sämtliche Hygiene-Artikel für Frauen enthalten viel Plastik. Ich habe jedoch beschlossen sie innerhalb dieses Experiments nicht zu ersetzen. Selbstgenähte Stoffbinden sind mir persönlich irgendwie suspekt. Außerdem kann ich nicht nähen. Und auf den Luxus von Tampons möchte ich nicht verzichten. Wer sich allerdings für Alternativen interessiert, sollte mal Menstruationstassen googeln.
5. Plastikdeckel auf Glasflaschen (z.B. Öl, Essig, etc.) sind ok.
6. Ich schmeiße keine lange haltbaren Plastikbehälter, wie Tupperware oder andere Fake-Marken, weg. Trotzdem möchte ich mich über Alternativen informieren und kaputte Plastikdosen nach und nach durch plastikfreie ersetzen.
7. Solle ich doch aus irgendeinem Grund, ob bewusst oder ungewollt Plastikmüll produzieren, werde ich diesen aufheben um nach den 40 Tagen ein Fazit ziehen zu können!

 

 

 

 

 

 

 

Fastenzeit!?

Seit fünf Jahren habe ich nun jedes Jahr an der Fastenzeit teilgenommen. Und jedes Jahr google ich aufs Neue, warum wieso weshalb weswegen es die Fastenzeit überhaupt gibt. Ich faste keinesfalls aus religiösen Gründen. Vielmehr bin ich der Meinung, dass unser Leben viel zu sehr von unüberlegtem Konsum bestimmt ist. Bewusst eine Zeit lang auf etwas zu verzichten, lässt uns neu über dessen Wert nachdenken.

Ursprung der Fastenzeit

Fasten ist nicht nur Bestandteil des Christentums. Auch im Buddhismus, Hinduismus, Judentum und Islam gibt es Fastenzeiten. Die Fastenzeit des christlichen Glaubens findet dieses Jahr vom 10. Februar bis 24. März statt. Moment mal! Ich war zwar nie gut im Kopfrechnen, aber dass das mehr als 40 Tage sind, ist auch mir gleich aufgefallen! Das liegt daran, dass die vier Sonntage nicht mitgerechnet werden. Ich habe die Sonntage bisher nie ausgenommen. Das werde ich auch dieses Jahr nicht tun, irgendwie würde mir das wie „schummeln“ vorkommen. Im Christentum gibt es allerdings auch die adventliche Fastenzeit von 40 Tagen. Ich hab mich jedoch immer dazu entschieden die Osterfastenzeit als Richtlinie zu nehmen. Das Datum kann ich mir einfach am besten merken: zwei Tage nach dem Karnevalsradau am Rosenmontag und am Ostersonntag werde ich dann wieder mein inzwischen traditionelles Nougat-Osterei genießen. 😉

Warum genau 40 Tage?

Die 40 Tage sollen an die 40 Tage erinnern, die Jesus fastend und betend in der Wüste verbrachte. Allerdings spielt diese Zahl in der Bibel allgemein eine große Rolle: 40 Tage Sintflut, 40 Tage lang zog das Volk Israel durch die Wüste, 40 Tage lang war Mose auf dem Berg Sinai…

Was wurde damals gefastet – was faste ich heute?

Was gefastet wurde ist teilweise sehr unterschiedlich. Manche Katholiken sollen neben Fleisch und Alkohol wohl auch ganz auf Milchprodukte und Eier verzichtet haben. Wär hätte gedacht, dass die Leute damals schon 40 Tage vegan leben als Ziel hatten? 😉

Der Verzicht auf Industriezucker gehört für mich inzwischen zum „Standard“, denn dann schmeckt das traditionelle Schoko-Nougat-Osterei am Ostersonntag gleich doppelt so gut. Oder manchmal zu süß, denn nach bewusstem Zuckerverzicht in jeglicher Form (in vielen Tomatensoßen ist z.B. auch Zucker!) können die Geschmacksknospen einen kleinen Zuckerschock erhalten! Dieses Jahr habe ich mich dazu entschieden neben dem Zuckerfasten auch noch auf sämtliche Plastikverpackungen zu verzichten. Schon seit einiger Zeit verursacht mir mein Plastikkonsum Bauchgrummeln. Ich habe mich jedes Mal aufs Neue erschreckt, wie schnell der gelbe Sack wieder voll war und hatte deshalb schon seit längerem vor, daran endlich mal etwas zu ändern!

Doch was das genau alles beinhaltet und welche „Regeln“ ich mir selbst auferlegt habe, erfahrt ihr im nächsten Post.