Bioplastik – Fluch oder Segen?

Zur Zeit habe ich den Eindruck, dass man einfach ein Bio-Präfix irgendwo vorhängt und schon wird davon ausgegangen, dass es die Bio-Öko-Alternativler mit gutem Gewissen kaufen. Scheint wohl eine (gut?) zu funktionierende Marketing-Strategie zu sein, die jetzt auch bis zum Plastik vorgedrungen ist. Moment mal. Bio und Plastik? Schließt sich das nicht aus?

Seit Beginn der Semesterferien ist mir aufgefallen, dass die schneeweißen Plastiklöffel und -gabeln in den Uni-Cafés durch hellbraune ersetzt wurden. Beim näheren Hinsehen bestätigte sich mein Verdacht. Das Bio-Plastik hat nun auch meine Uni erobert. Toll, wie fortschrittlich! Gegen diese Plastikbesteck-Verschwendung muss auch mal endlich was getan werden! Vielleicht denken sich das viele (umweltbewusste?) Studierende, wenn sie in Zukunft mit der braunen Gabel ihren Kuchen essen. Aber ist Bioplastik wirklich das Allheilmittel für unser Plastikproblem?

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Dazu muss man erstmal wissen, was Bio-Plastik denn von dem „herkömmlichen“ Plastik unterscheidet. Die Bezeichnung „bio“ kann zweierlei bedeuten: Entweder das Präfix steht dafür, dass das Plastik aus nachwachsenden Rohstoffen, wie z.B. Mais- oder Kartoffelstärke besteht. Allerdings enthalten die Bio-Kunststoffe wohl auch immer noch einen erheblichen Anteil an Erdöl (30-50%). Oder aber „bio“ steht dafür, dass es biologisch kompostierbar ist. Das Umweltbundesamt merkt dazu an: „Nicht jeder Kunststoff aus nachwachsenden Rohstoffen ist biologisch abbaubar. Genauso sind nicht alle biologisch abbaubaren Kunststoffe aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt.“

Ich habe mich ein bisschen durch den Bezeichnungs-Dschungel gelesen und bin zu dem Entschluss gekommen, dass ich Bioplastik (im Moment) als nicht unterstützenswert beurteile und deshalb auch diese Kunststoffart „fasten“ oder vermeiden werde. Warum? Darum:

1. Allgemein wird es meiner Meinung/Erfahrung nach nicht ausreichend gekennzeichnet, was für „Plastik“ man da nun in den Händen hält. So weiß man als Verbraucher nicht, ob das nun in den gelben Sack kommt oder in den Bio-Müll/Kompost oder Restmüll.
2. Allerdings darf Bioplastik auch oft nicht in die Biotonne, da es zu langsam verrottet. Zur Eigenkompostierung sind diese Kunststoffe deshalb meist nicht geeignet, sondern nur für die industrielle Kompostierung, die unter bestimmten Bedingungen stattfindet, die im eigenen Garten nicht möglich sind (hohe Temperatur und Luftfeuchtigkeit). Nach der EU Norm 13432 gelten Kunststoffe als kompostierbar, wenn nach drei Monaten industrieller Kompostierung nur höchstens zehn Prozent des Produkts größer als zwei Millimeter sind.
3. Bei diesem Bioplastik werden neben Erdöl, auch nachwachsende Rohstoffe benutzt, was zumindest vom Gedanke her ein Pluspunkt ist. Es gibt ja nicht nur Bioplastik aus Holz, sondern auch aus Kartoffeln, Mais, etc… Aber auch der MASSEN-Anbau von diesen Pflanzen ist umweltschädigend und steht in Konkurrenz zum Lebensmittelanbau. Schon beim Biosprit gab es darüber ja einige Diskussionen.
4. Im gelben Sack würden sie die Aufbereitung der anderen Kunststoff stören und im Biomüll würde die Verrottungszeit nicht reichen. Deshalb gehört Bio-Plastik eigentlich in den Restmüll.  Allerdings sei die klassische Abfallentsorgung und ihre Sortiermaschinen noch nicht wirklich auf Bioplastik eingestellt. So wird dann Bioplastik meist nur ganz normal wie der restliche Müll verbrannt.

Zurück zum neuen Kaffee-Löffel
Ich habe mal auf der Hersteller-Seite und in dessen Katalog gestöbert, um herauszufinden um welche Art von Bio-Plastik es sich bei dem neuen Besteck nun handelt. Auf der Homepage von bioeinweggeschirr.de findet man alle Produkte, u.a. auch dieses „naturesse“-Besteck. Leider konnte ich durch die Fotos nicht erkennen, ob es sich um das „beige“ Besteck oder das „braune“ handelt. Je nachdem sind die Inhaltsstoffe nämlich anders:
Das braune Besteck besteht aus Zellulose, Stärke und einer Kalksteinmischung. Immerhin sollen die nachwachsenden Ressourcen, wie z.B. Holz, aus nachhaltigem Anbau kommen. Das beige Besteck besteht aus CPLA (modifizierte Polymilchsäure), wird wie das braune auch als vollständig biologisch abbaubar deklariert, sodass man es angeblich in der Bio-Tonne entsorgen kann. Schön und gut, aber auf dem Campus gibt es nur teilweise Biotonnen, meistens nicht direkt in den Cafés, dort wird oft nur zwischen Restmüll und gelber Sack getrennt. Folglich landet eh das meiste entweder im Restmüll oder im gelben Sack. Die meisten Studis wissen wahrscheinlich gar nicht, dass sie das neue Besteck woanders entsorgen sollten, das kriegt man nur raus, wenn man die Symbole auf der Rückseite deuten kann. Hinweisschilder wurden diesbezüglich auch nicht angebracht.
Somit wird das neue, biologisch abbaubare Besteck meistens eh nicht kompostiert. Da dachte sich das Studentenwerk wohl, es würde was Gutes für die Umwelt tun, dabei sollte man allerdings auch ein bisschen weiter denken, zumindest bis zur Entsorgung.

Weitere Infos dazu gibt es z.B. hier:
http://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/461/publikationen/3986.pdf
http://www.bund.net/fileadmin/bundnet/pdfs/chemie/20110126_abfall_biokunststoffe_stellungnahme.pdf
http://www.umweltbundesamt.de/themen/tueten-aus-bioplastik-sind-keine-alternative

Eine kleine Zusammenfassung findet man beim NDR (für die gestressten, die nicht so viel Zeit haben oder denen die chemischen Bezeichnungen zu kompliziert sind 😉 ) http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/45_min/rueckschau/Bioplastik-eine-Mogelpackung,bioplastik101.html

Warum Plastik fasten? Plastikmüll

Mit diesem Post möchte ich eine kleine Artikel-Reihe starten, in der ich näher auf die verschiedenen Gründe eingehe, warum ich mich dieses Jahr dazu entschieden habe  Plastik zu fasten.

Mein persönlicher Anstoß ist wohl auch gleichzeitig der offensichtlichste Grund. Seit ich vor fast 4 Jahren von zu Hause ausgezogen bin, habe ich mich jedes Mal erschrocken, wenn mein Plastikmüll schon wieder voll war. In meinem gelben Sack befanden sich hauptsächlich: Joghurt-Becher (VIELE Joghurtbecher), Konservendosen, Plastikfolien und -tüten von Obst oder Gemüseverpackungen, diverse Plastikverpackungen von Müsli, Nüssen, Trockenfrüchten oder Käse, Kaffee-Pads, Milchtüten, Alu- und Frischhaltefolie. Ab und zu kam Creme-, Duschgel-, Shampoo- oder andere Pflegeproduktbehälter, sowie diverses Verpackungsmaterial von Bestellungen, wie z.B. Luftpolsterfolie hinzu. Auch wenn ich wahrscheinlich einen recht durchschnittlichen Plastikverbrauch hatte, kam mir das tierisch viel vor, besonders wenn ich mir vorstellte, dass JEDER Mensch Plastik konsumiert und wegwirft. Überall auf dieser Welt begegnet einem Plastik, mal im oder neben dem Mülleimer…

RHODOS STADT

Müll auf Rhodos…

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…in Paris…

MARSEILLE

…in Marseille…

VIENNE

…und in Vienne (Frankreich).


Plastik-Entsorgung in Deutschland
Doch was passiert mit dem ganzen Plastik, nachdem wir uns davon „befreit“ haben?Allgemein muss man natürlich sagen, dass die Kunststoff-Entsorgung in jedem Land anders aussieht. Es gibt ja alleine schon sehr unterschiedliche Mülltrennungssysteme oder auch Länder, in denen es das gar nicht gibt und noch nicht mal allgemein eine vernünftige Müll-Entsorgung gewährleistet ist. Die Verwertungsquote in Deutschland ist sehr hoch: Laut Umweltbundesamt wurden 2013 in Deutschland 99% der Kunststoffabfälle verwertet.
Kunststoffe werden
– werk- und rohstofflich genutzt (d.h. der Kunststoff wurde in seine Bestandteile aufgespalten)
– in Müllverbrennungsanlagen energetisch genutzt
– auf Deponien gelagert
Allerdings wird allgemein viiiiiiiel weniger Plastikmüll aus unseren privaten Haushalten recycelt, als aus dem gewerblichen Gebrauch, da dieser oftmals verschmutzter ist und verschiedene Kunststoffe vermischt werden, wodurch die Qualität herabgesetzt werden würde. Deshalb wurde z.B. auch der Recycling-Code eingeführt (siehe vorheriger Blogpost). Natürlich sind diese ganzen Verwertungsverfahren trotz hoher Verwertungsquote auch ziemliche Umweltsünder. Trotzdem landet auch immer mehr Plastikmüll in der Natur und stellt schon heute eine große Umweltbelastung dar.

Plastik ist überall…
…nicht nur angeschwemmt oder feingemahlen als „Sandkörner“ zwischen den Zehen an „Paradiesstränden“, sondern auch im Gebüsch und auf der Wiese vor unserer Haustür.

MD

Wir haben unseren Müll natürlich wieder mitgenommen! 😉

…im Meer.
„Insgesamt 80 Prozent des Kunststoffmülls, die UNO spricht von weltweit jährlich rund 6 Millionen Tonnen, gelangen über Flüsse in die Ozeane.“ (Quelle: http://www.plastic-planet.de/hintergrund_plastikalsproblem.html) Nicht nur große Teile schwimmen in unseren Ozeanen herum und bilden gigantische Plastikstrudel, sondern auch Mikroplastik stellt ein riesiges Problem dar. Mikroplastik sind kleine Plastikteilchen, die z.B. von Kosmetika oder Kunststofffasern aus Kleidung, die sich beim Waschen herauslösen, stammen. Sicherlich habt ihr schon einmal von den gigantischen Plastikstrudeln gehört, der bekannteste unter ihnen ist der Great Pacific Garage Patch im Nordpazifik zwischen Nordamerika und Asien. Insgesamt gibt es fünf solcher Müllstrudel. Man darf sich das ganze anscheinend nicht wie ein riesiger schwimmender Müllteppich vorstellen. Denn da sich das meiste unter der Wasseroberfläche befindet, ist der Müll von oben nicht zu sehen.

…in den Fischen.
Mikroplastik und Plastik-Kleinteile sind besonders gefährlich für Fische, da sie diese wie Plankton aufnehmen. Fische und auch andere Tiere, wie z.B. Seevögel können durch Plastik im Bauch elendig verenden. In dem Film „Plastic Planet„, den ich jedem nur ans Herz legen kann, wird außerdem darüber berichtet, dass es immer mehr Intersex-Fische gibt. Das liegt z.B. am gelösten Bisphenol-A, da es eine ähnliche Wirkung wie das weibliche Hormon Östrogen hat (BPA hat bei Experimenten auch weiblichen Schnecken mit Penissen ausgestattet). Wer schonmal etwas über die Nahrungskette gehört hat und wenn die Tiere nicht vorher daran sterben, kann sich vorstellen, wo das Plastik letztendlich landet. Richtig:

…in uns Menschen.
Wenn wir z.B. Fisch essen, nehmen wir das Plastik wieder in uns auf. Guten Appetit, wohl bekomm’s, lasst’s euch schmecken bei eurer nächsten Fischmahlzeit! 😉

Was tun?
Zunächst einmal weiteren Plastikmüll vermeiden, der in die Meere gelangen kann! 😉 Es gibt auch einige tolle Projekte, die sich diesem Umweltproblem angenommen haben. Beispielsweise bietet Ecover ein Handspülmittel an, dass „immerhin“ zu 10% aus Ocean Plastic und zu 90% aus recyceltem Plastik besteht. Auf der Ecover-Homepage findet man noch mehr zu dem Projekt und auch eine kurze Doku zu diesem Thema.
Das Projekt „The Ocean Cleanup“ wurde von dem 21-Jährigen Boyan Slat (Also keine Ausreden mehr, man sei zu jung um was zu verändern und die Welt zu retten!!!) ins Leben gerufen. Er hat eine Technologie entwickelt, die hoffentlich ab 2020 dem Great Pacific Garage Patch auf die Pelle rückt. Innerhalb von schon 10 Jahren soll so die Hälfte des Müllstrudels entfernt worden sein! I’ll definitely stay tuned!

Quellen und weiterführende Infos zum Plastikmeer:
http://www.plasticgarbageproject.org/de/plastikmuell/probleme/plastikmuellstrudel/
http://www.bund.net/themen_und_projekte/meeresschutz/belastungen/muell/
http://globalmagazin.com/themen/natur/weltkarten-verteilung-des-plastikmuells-im-meer/
http://www.wwf.de/themen-projekte/meere-kuesten/unsere-ozeane-versinken-im-plastikmuell/
http://www.plastic-planet.de/hintergrund_plastikalsproblem.html
https://www.nabu.de/natur-und-landschaft/meere/muellkippe-meer/16805.html

20 Tage #Plastikfasten

Die Hälfte der Fastenzeit ist rum (schon!?!?) und damit höchste Zeit mal ein kleines Fazit zu ziehen.
Zwar steht das Wort im Blogtitel, aber bei meinem Leben von Plastikfreiheit zu sprechen, wäre dann doch übertrieben. Ich würde inzwischen eher sagen, dass ich plastikarm lebe. Aber zugegebenermaßen klingt Plastikarmut als Blogtitel ziemlich bescheuert. Die Leser, die durch den Titel mit anderen Hoffnungen auf meinen Blog stoßen, muss ich dann im Laufe der Zeit wohl oder übel desillusionieren. Sorry schonmal im Voraus! Allgemein kann man sein Leben nicht von heute auf morgen auf komplett plastikfrei umkrempeln. Ich sehe das vielmehr als Prozess an dessen Anfang erst einmal ein Bewusstsein über den eigenen Plastikkonsum entwickelt werden muss. Erst dann ist es möglich, sich über Alternativen zu informieren und Hintergrundinfos zu recherchieren um sich dann einen Schritt in Richtung Plastikfreiheit zu bewegen! 🙂 Dies ist wohl eine nie endende Entwicklung, da man sich immer verbessern kann und auch im Laufe der Zeit wohl immer mehr Infos über das Risiko und die Gefahr von Plastik erforscht werden wird. Ok, Zeit also für eine kleine Halbzeit-Bilanz.

Plastikfrei
Es gibt trotzdem noch einige Bereiche in meinem Leben, die ich durchaus und mit gutem Gewissen als plastikfrei deklarieren kann. Dazu gehört allgemein Essen. Nicht die Zubereitung (da ich immer noch Plastik-Küchenutensilien habe), sondern vielmehr die Lebensmittel an sich. Ich schaffe es immer, wirklich immer, ohne Plastik nach dem Einkaufen nach Hause zu kommen. Und das, obwohl ich immer noch zu meinen gleichen Standard-Supermärkten gehe, nur einmal bis jetzt auf dem Markt war und ich den Bioladen nur für ganz spezielle Dinge aufsuche.
Meine Haarwäsche ist ebenfalls plastikfrei (abgesehen von dem Plastikdeckel des Bio-Apfelessigs) und zum Duschen und Waschen nehme ich nur noch Kernseife. Die Umstellung viel mir sehr leicht, da ich ja schon vor der Plastikzeit auf No Poo umgestiegen bin.

Plastikarm
In einigen Bereichen, habe ich es nicht geschafft auf 100% Plastikfreiheit umzusteigen. Dazu gehört u.a. die Zahnpflege. Richtig, die war eigentlich mal plastikfrei, dank  selbstgemachter Zahnpasta. Die habe ich jedoch nach ein paar Anwendungen leider wieder in die Ecke stellen müssen. Ich gehöre wohl zu den Menschen, die auf ätherische Öle mit Kopfschmerzen reagieren (zumal ich beim ersten Versuch das Öl viiiiiel zu hoch dosiert habe, also aufpassen!) und ich keine Lust hatte dreimal am Tag einen dröhnenden Schädel zu bekommen. Die Bambus-Zahnbürste ist allerdings noch in aktiver Benutzung, wenn auch mit herkömmlicher Zahnpasta. Eventuell werde ich mir demnächst mal Zahnpasta-Tabletten bestellen, auf die mich jemand hier in den Kommentaren freundlicherweise drauf hingewiesen hat! 😉
Die Waschnüsse kamen ja wie berichtet leider in Plastik verpackt an. Diesen Müll konnte ich vorher nicht erahnen, sonst hätte ich ihn vermeiden können. Waschen ist also auch noch nicht 100% plastikfrei.
Schon seit mehreren Jahren benutze ich das Geschirrspülmittel von Ecover. Ich finde es ist total angenehm auf der Haut und das Konzept dieser nachhaltigen Öko-Firma finde ich super! Die Verpackung besteht immerhin zum Teil aus recyceltem Plastik, manchmal auch aus Ocean Plastik und aber leider auch aus Bio-Kunststoff (der ist auch nicht ganz ohne, da schreibe ich später mal mehr zu). Im Moment benutze ich noch Einmal-Spüllappen oder Schwämme, die werde ich jedoch nach und nach durch waschbare Tücher ersetzen.

Plastikreich
Weiterhin plastikreich sind die Bereiche, die ich schon unter den „Regeln“ erläutert habe. Einige Dinge habe ich damals jedoch vergessen aufzuführen, so wie z.B. Klopapier, das es nur in Plastikverpackungen zu kaufen gibt. Inzwischen gibt es aber bei Naturlieferant.de plastikfreies Toilettenpapier zum Bestellen! 1 Box mit 24 Rollen kostet 39,90€ plus 6,90€ Versand. Das klingt erstmal viel, allerdings hat eine Rolle Klopapier rund 700 Blatt und dementsprechend hält sich so eine Box auch lange! Ich hab mich dennoch dagegen entschieden, da ich keine Lagermöglichkeit für so viel Klopapier habe und bis zum meinem Umzug wahrscheinlich nicht alles aufbrauchen würde. Dennoch ist dies auf jeden Fall eine tolle und im Moment wohl die einzige Möglichkeit an plastikfreies Toilettenpapier ranzukommen!
Ein weiterer hoher Plastikfaktor: Taschentücher. Bis jetzt war ich zwar nicht krank, aber gegen die laufende Nase beim Laufen (haha), stecke ich doch immer ein Papier-Taschentuch ein. Mit der Idee, mir wie meine Oma mit Stofftaschentüchern die Nase zu putzen und die Popelrotzschleudern dann wieder in die Tasche zu stecken, konnte ich mich noch nicht anfreunden. Trotzdem bin ich immer wieder erstaunt, wie „öko“ doch die früheren Generationen in mancher Hinsicht waren.
Außerdem benutze ich nach wie vor Plastikbehälter als Aufbewahrungsboxen zum Einfrieren oder für unterwegs. Dennoch hat mir der Film „Plastic Planet“ mal wieder die Gesundheitsrisiken vor Augen geführt und mir den Appetit auf das „Plastik-Essen“ daraus eher verdorben. Deshalb hebe ich auch immer wieder praktische Gläser auf. Denn Glas kann nicht nur recycelt werden, sondern eignet sich auch zum Upcycling! 🙂

Haben Sie Allergien oder andere Unverträglichkeiten? – Ja, ich habe eine starke Allergie gegen Kunststoff entwickelt.
Manchmal habe ich inzwischen den Eindruck, ich reagiere schon fast allergisch auf Plastik. Besonders wenn ich zu Hause oder bei anderen bin, da ich dann ja mein Plastikfasten quasi „aussetze“. In diesen Momenten wird mir immer sehr bewusst, wie sehr Plastik eigentlich unseren Alltag bestimmt. Neulich stand ich im Rewe vor der Bio-Gemüseabteilung, überall schimmert und knistert es! Da war doch wirklich KEINE EINZIGE Gemüsesorte ohne Plastikverpackung zu finden. Gruselig! Bäh! Ih! Allgemein habe ich mich also komplett daran gewöhnt einen großen Bogen um Plastik zu machen. Je länger ich nun diese Grundeinstellung habe, desto selbstverständlicher wird es für mich und desto unverständlicher finde ich den unbedachten, unreflektierten Plastikkonsum meiner Mitmenschen. (Nein, ich verurteile niemanden. Ihr Plastikschleudern! Und ich versuche auch niemanden zu missionieren. Amen. 😀 )

So zum Schluss zeige ich euch, den Plastikmüll, den ich trotz des #Plastikfastens verursacht habe:

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Darunter befindet sich:
– Plastikverpackung von Toilettenpapier
– Knitterfolie aus dem Umschlag, in dem die Zahnbürsten geliefert wurden
– Plastik-Etikett von einem Pesto-Glas, dass ich zum Aufbewahren „upgecycelt“ habe
– Plastikverpackung der Waschnüsse
– Plastikverpackung einer Binde

„One small step for a man, one giant leap for mankind“
Ich kann nicht genau sagen, wie oft ich vorher meinen Plastikmüll (ca. 35L) leeren musste, aber vom Gefühl her würde ich sagen, dass er auf jeden Fall nach 20 Tagen voll war. Deshalb bin ich wirklich erstaunt, mit wie wenigen „Eingriffen“ ich meinen Plastikmüll drastisch reduzieren konnte! Wenn nur jeder Mensch auf dieser Welt ein bisschen mehr auf seinen Plastikkonsum achten würde, dann wäre unserer Erde und den nachfolgenden Generationen schon viel geholfen…

Was ist eigentlich dieses Plastik?

Vorweg: Ich bin keine Chemie-Expertin und habe Chemie in der Schule mit Freude nach der 10. Klasse abgewählt. Ich habe mich einfach anhand mehrere Quellen informiert und versuche deshalb, die Informationen so runtergebrochen wiederzugeben, dass jede und jeder sie verstehen kann. Seht mir also nach, wenn ich hier nicht irgendwelche komplizierten chemischen Vorgänge in Fachbegriffen erkläre (was ich eh gar nicht könnte). Wer also als totaler Chemie-Crack sehr gravierende Fehler in meinen Ausführungen feststellt, der kann mich gerne in den Kommentaren freundlich darauf hinweisen, dann werde ich diesen Post entsprechend ändern…

Was ist eigentlich dieses Plastik!?
Der Begriff „Plastik“ (oder auch „Plaste“ in den östlichen Gebieten Deutschlands 😉 ) ist zunächst ein Obergriff für viele verschiedene Kunststoffarten. Diese wissenschaftliche Bezeichnung verweist schon darauf, dass dieser Stoff „künstlich“ ist und nicht in der Natur vorkommt. Für sogenannte synthetische Kunststoffe ist Erdöl (nicht umsonst auch „schwarzes Gold“ genannt, ist schließlich auch eine knappe Ressource, die irgendwann zur Neige geht) der Ausgangsstoff, dem noch diverse Zusatzstoffe, wie Flammschutzmittel oder Weichmacher (klingt nicht nur eklig, ist es auch!) hinzugefügt werden. Diese verleihen dem Kunststoff die gewünschten Eigenschaften, wie z.B. Hitzebeständigkeit oder Biegsamkeit. Je nachdem ob man eben eine harte Tupperdose oder Frischhaltefolie herstellen möchte. Diese Zusatzstoffe sind in ihrer Reinform oft sehr giftig, sind aber ungefährlich, solange sie im Kunststoff gebunden sind. Zunächst entsteht dann ein Kunststoff-Granulat, dass von der Chemie-Industrie dann an die Verarbeitungsfirmen geliefert wird, wo dann aus dem Granulat durch verschiedene Verfahren die unterschiedlichsten Dinge entstehen können.

Der Recycling-Code
Vielleicht habt ihr euch schon immer mal gefragt, was dieses Dreieck mit den Pfeilen und der Zahl bedeutet, das man auf vielen Plastik-Verpackungen findet? Auf den meisten Kunststoffen kann man diesen Recycling-Code finden und daran erkennen um welchen Kunststoff es sich handelt.

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Die Recyclingcodes findet man z.B. unter einer Aufbewahrungsbox…

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…und auch unter Joghurtbechern.

Die Zahlen bzw. Buchstabenkombinationen stehen für verschiedene Kunststoffe. PP weist auf Polypropylen hin, Recyclingcode 6 oder PS auf Polystyrol. Eine genaue Auflistung der verschiedenen Abkürzungen und Codes, sowie der Stoffeigenschaften und eventuelle Entsorgungsschwierigkeiten findet man z.B. auf der Homepage der Verbraucherzentrale oder vom BUND. Die Recyclingcodes gibt es übrigens nicht nur für Kunststoffe, sondern auch für beispielsweise Glas oder Pappe.

Vorteile!?
Bei all der Plastik-Negativität darf man allerdings nicht vergessen, dass Kunststoff einige Vorteile bietet und die Entwicklung unseres technischen Fortschritts erheblich voran gebracht hat. Autos würden ohne Kunststoffe beispielsweise viel schwerer sein und dementsprechend mehr Kraftstoff verbrauchen. Allgemein ist das Argument des Gewichts im Moment bestimmt das überzeugendste für viele Menschen. Wer schleppt sich schon gern mit Glasgefäßen und Glasflasche ab, wenn man das ganze auch leichter haben kann? Hoffentlich mehr als ich mir im Moment vorstellen kann. 😉

Warum Plastik fasten?
Die Antwort scheint auf der Hand zu liegen: Weil Plastik schlecht/böse/auf jeden Fall nicht gut ist! Jaaaaa, eifriges Kopfnicken meinerseits. Aber was genau ist denn schlecht/böse/auf jeden Fall nicht gut daran? Meine Antwort würde den Rahmen eines einzigen Blogposts auf jeden Fall sprengen, deshalb eröffne ich hiermit eine kleine Artikel-Reihe zum Thema „Warum eigentlich Plastik fasten?“ in der ich meine Gründe für das #Plastikfasten erläutere. 🙂

Plastikfrei Einkaufen im „Edel Unverpackt“ in Hannover

Durch Zufall habe ich über Facebook erfahren, dass am Samstag, den 22. Februar, der erste Unverpackt-Laden in Hannover eröffnet hat! Am Dienstag musste ich sowieso nach Hannover. Diese Fügung des Schicksals durfte ich natürlich nicht ungeachtet lassen und stattete dem Laden einen Besuch ab.

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Und so funktioniert’s:
Mit Tupperware und Glasgefäßen ausgestattet machte ich mich auf den Weg zum „Edel Unverpackt“, der sich in der Hannoveraner Nordstadt (An der Christuskirche 11) befindet. Zu Beginn muss man seine mitgebrachten Gefäße wiegen und das Gewicht mit kleinen Post-it Zetteln markieren. Und dann geht der Abfüll-Spaß los. Im „Edel Unverpackt“ gibt es (fast) alles was das plastikfreie Herz begehrt. Von Getreide, Müsli, Reis, Nudeln über Süßigkeiten und Tee bis zu Öl, Käse, Milch und Butter. Außerdem bietet der Laden auch Gemüse und Obst an. Besonders erstaunt war ich, als ich sogar die HYDROPHIL-Zahnbürsten, Menstruationstassen, Stoff-Binden und Haarseifen entdeckte. Und falls man vergessen hat seine eigenen Gefäße mitzubringen oder einfach noch keine passenden besitzt, kann man dort auch Alu-Brotboxen, Weckgläser oder praktische Leinen-Säckchen erwerben. Nachdem man seine Behälter munter aufgefüllt hat, wird alles an der Kasse zum Bezahlen gewogen. An der Kasse gibt es außerdem noch eine kleine Backtheke, wo Brot, Brötchen und kleine süße Teilchen angeboten werden.

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Die Frage aller Fragen: Wie teuer ist der Spaß?
Natürlich sind die Preise höher als in den typischen plastikverseuchten Discount-Supermärkten. Außerdem sind die Preise pro 100g angegeben, was im ersten Moment etwas verwirrend sein kann. Hier ein paar Preisbeispiele mit ungefähren (!!!) Vergleichspreisen.

– Naturreis rund: 0,49 € / 100g
– Quinoa: 1,29€ / 100g (zum Vergleich: Alnatura Quinoa ca. 0,99 € / 100g)
– Couscous: 0,59€ / 100g (zum Vergleich: Double Elephant Cousous ca. 0,36€ / 100g)
– Vollkornnudeln: 0,35 € / 100g (zum Vergleich: Barilla Vollkorn Fussili ca. 0,39€ / 100g)

Ich habe Beispielsweise für 6 Feigen, 400g Reis, 80 g Professorenfutter, 300g Vollkorn-Spiralen und 1 Dinkelbrötchen 6€ ausgegeben. Den Preis finde ich für umweltfreundliches Einkaufen vollkommen vertretbar. Außerdem geht man dort ja nicht ständig einkaufen. Wenn ich so einen Laden in der Nähe hätte, würde ich z.B. dort zur Ergänzung hingehen, um die Produkte zu kaufen, die ich ansonsten im normalen Supermarkt nicht plastikfrei bekomme.


Was fehlt?

Da der Laden erst seit kurzem eröffnet wurde, kann man als Kunde an der Kasse seine Wunschprodukte in eine Liste eintragen. Alles, was einem noch fehlt und man dort gerne kaufen würde. Ich hätte es z.B. toll gefunden, wenn es dort auch ökologisches Waschmittel oder Geschirrspülmittel (z.B. von Ecover) zum Nachfüllen geben würde. Auch Tofu und Mandel- oder Sojamilch o.Ä. habe ich vermisst. Dennoch deckt der Laden definitiv alle Nahrungsmittel ab, die man sonst nur in einer Plastikverpackung erhält, wie z.B. Quinoa oder Nüsse!

Wer noch mehr über das Sortiment oder die Hintergründe lesen möchte, findet man auf der Homepage noch nähere Informationen, u.a. wie der Laden zu seinem Namen kam.
Oder ihr geht einfach mal vorbei, wenn ihr in Hannover wohnt oder sowieso mal dort seid. Es lohnt sich wirklich! Man entdeckt viele neue Produkte und stellt fest, wie einfach es doch sein kann verpackungsfrei einzukaufen

„LoLa – der Loseladen“ 
Im März eröffnet ein weiterer Unverpackt-Laden, allerdings in der Südstadt in Hannover.  „LoLa – der Loseladen“ wird zu 100% plastikfrei sein, da es dort wohl noch nicht mal die Plastikbehälter zum Abfüllen wie im „Edel Unverpackt“ geben wird. Dafür hat der Besitzer sogar extra Behälter entwickelt, die nur aus Glas, Holz und Edelstahl bestehen (http://lola-hannover.de/pdf/HAZ.pdf). Konkurrenzdenken herrsche zwischen den beiden Läden allerdings überhaupt nicht, wie mir die zwei Verkäuferinnen aus dem „Edel Unverpackt“ versicherten. Man helfe sich eher und sei am Austausch interessiert, außerdem befinden sie sich ja in verschiedenen Teilen von Hannover.
Wer mehr über den Laden uns das Konzept herausfinden möchte, kann sich hier näher informieren.

Waschnüsse im Test

Laut dem Umweltbundesamt wird in Deutschland jedes Jahr 630.000 Tonnen Waschmittel verbraucht. Das bedeutet, dass im Schnitt jede*r Deutsche*r 8 kg Waschmittel jährlich benötigt. Auf diese Menge komme ich aber bei Weitem nicht. Meine letzte Flasche Flüssigwaschmittel (1,5L) hat bei mir 1 Jahr lang gehalten. Allerdings habe ich auch herausgefunden, dass  Flüssigwaschmittel besonders umweltschädlich sein sollen.
Natürlich fällt bei Waschmittel nicht so viel Plastikmüll an wie z.B. bei Shampoo oder Duschgel. Auch Nachfüllbehälter sind eine gute nachhaltigere Alternative bei Waschmitteln, wenn man die Möglichkeit zum Auffüllen hat. Trotzdem ist Waschmittel auch im Allgemeinen sehr umweltbelastend. Zum Einen sei in diesem Zuge der hohe Wasserverbrauch und die hohen Energiekosten (v.a. beim Trockner) erwähnt, zum Anderen enthalten sie natürlich viele Chemikalien, die nicht oder nur schwer abbaubar sind und sich so über Umwege in Gewässern anreichern und Organismen schädigen können (http://www.umweltbundesamt.de/themen/chemikalien/wasch-reinigungsmittel/umweltbewusst-waschen-reinigen). Die besonders umweltbelastenden Weichspüler habe ich persönlich eh noch nie benutzt. Auf der Suche nach plastikfreien und umweltfreundlicheren Alternativen, bin ich irgendwann auf Waschnüsse gestoßen.

Warum heißen Waschnüsse, Waschnüsse?
Waschnüsse sind die Früchte des Seifenbaums und kommen aus Indien und Nepal. Sie enthalten Saponin, das eine natürliche Fettlösekraft ähnlich wie Seife hat. Besonders Allergiker, die chemisches Waschmittel nicht vertragen, sollen wohl mit Waschnüssen gut zurechtkommen. Angeblich soll man nicht nur Wäsche damit waschen können, sondern man kann die Waschnüsse auch als Allzweckreiniger verarbeiten, Haare damit waschen (das werde ich bestimmt mal testen :D) oder zur Körperpflege verwenden. (Quelle: http://bund-sachsen-anhalt.de/?id=632)

Die Nuss im Schleudergang
Wie das Waschen mit den Waschnüssen funktioniert, ist auf dem Beutel erklärt und ist eigentlich recht simpel:
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Doch Waschen mit Waschnüssen ist kein Allheilmittel. Wenn alle anfangen würden mit Waschnüssen ihre Wäsche zu waschen, hätte man schon mal ein echtes Ressourcenproblem…

Pro Waschnüsse
1. Für 1kg Waschnüsse habe ich 13,99€ bezahlt. Da man pro Waschgang nur 4-6 Nusshälften (je nach Wasserhärte) benötigt, hält sich so ein Sack entsprechend lang. Waschnüsse sind somit billiger als herkömmliche Waschmittel. 
2. Waschnüsse sind außerdem umweltfreundlich, ganz im Gegensatz zu den herkömmlichen Chemiebomben, denn die Nüsse können nach dem Waschgang kompostiert werden.
3. Waschnüsse stinken. Und das sage nicht nur ich, mit meiner feinen und empfindlichen Nase, sondern auch viele Testberichte, die man im Internet so findet. Warum ist das jetzt ein Vorteil? 😀 Keine Angst, die Wäsche stinkt nach dem Waschen keinesfalls! 😉 Sie ist duftneutral, also riecht nicht künstlich/chemisch sondern nach frisch gewaschener Wäsche, was mir persönlich sehr gut gefällt.

Contra Waschnüsse
1.
Die Waschnüsse von Salveo sind nicht plastikfrei. Der Beutel war von außen in Plastik eingepackt und auch im Leinensäckchen sind die Waschnüsse an sich noch einmal in einem wiederverschließbaren Plastikbeutel verpackt, vermutlich wegen des Geruchs. Deutlicher Minuspunkt also.


2. Ich habe die Waschnüsse damals über Amazon bestellt. Ja, ich weiß, Amazon ist nicht sonderlich unterstützenswert, Stichwort Arbeitsbedingungen und Lieferungswege. Deshalb auch hier Abzüge. Im Nachhinein habe ich Waschnüsse auch im Bio-Laden entdeckt, leider zu spät. Die hatten nämlich nur eine Plastikverpackung und haben natürlich eine bessere Co2-Bilanz als Internetbestellungen, ABER…
3. …natürlich kommen aber auch diese Waschnüsse aus Indien und haben also einen langen Importweg hinter sich.
4. In einigen Berichten, wie z.B. in diesem hier (allerdings schon von 2008) habe ich gelesen, dass das steigende Interesse an Waschnüssen in Europa und Amerika die Preise in Indien in die Höhe schnellen lies, sodass sich inzwischen der*die durchschnittliche Inder*in  dieses „Öko-Produkt“ nicht mehr leisten kann und auf chemisches Waschmittel zurückgreift. Außerdem haben auch in Indien die meisten eine Waschmaschine und greifen somit eher zu industriellen und aggressiveren Mitteln.

Und in puncto Sauberkeit?
In einigen Testberichten viel die Waschleistung bei Flecken wohl als unzureichend aus. Da kann ich leider nicht mit Erfahrungswerten dienen, da meine Wäsche selten stark verschmutzt oder fleckig ist (komischerweise kleckere ich sowieso immer nur, wenn ich zu Hause bei meinen Eltern bin – Zufall!? :D). Dementsprechend war ich mit der Waschleistung vollkommen zufrieden. Die Wäsche riecht frisch gewaschen und sauber, aber eben nicht nach irgendwelchen künstlichen pinken Blumen/weißer Lilie/Sommerwiese oder *hier beliebigen poetischen Namen einsetzen*. Für hartnäckige Flecken könnte man evtl. auf Gallseife zurückgreifen. Die ist jedoch meistens nicht vegetarisch oder gar vegan, da sie aus Rindergalle hergestellt wird und außerdem oft Palmöl enthält (warum Palmöl problematisch ist? HIER findest du mehr Infos.)

Waschnüsse – Fluch und Segen zugleich!?
Ich muss schon zugeben, dass ich von den Waschnüssen EIGENTLICH sehr begeistert war nach vier Waschgängen. Richtig, eigentlich. Und dieses „eigentlich“, bedingt durch die vielen Nachteile, lastet dann doch etwas auf meiner Öko-Seele. Ich denke nicht, dass ich mir eine neue Packung Waschnüsse kaufen würde, wenn meine irgendwann mal leer sein sollte. Diese jetzt zu verschenken oder gar wegzuwerfen, wäre meiner Meinung nach aber auch totale Verschwendung! Ich werde mich also bis dahin nach anderen Alternativen umsehen. Angeblich soll man auch mit Efeu oder einem Kastanien-Sud waschen können. Zumindest klingt das vielversprechend, Efeu und Kastanien wachsen schließlich hier in Deutschland und gehören zu keiner knappen Ressource. Dazu später eventuell mehr.
Über weitere Anregungen und Tipps wäre ich sehr dankbar! 🙂

Plastikfrei Einkaufen: ein Samstagmorgen auf dem Markt

Ok, ich gebe zu, morgens war es nicht mehr wirklich. Denn als ich nach meinem Sportkurs auf dem Markt ankam, war es schon 12 Uhr. 😀 Seit längerer Zeit hatte ich es endlich mal wieder auf den Markt geschafft! Seit meinem Auslandsjahr in Frankreich liebe ich Märkte! Auch wenn man unsere deutschen Märkte, nicht mit denen in Frankreich vergleichen kann. In la belle France sind die Märkte deutlich günstiger als die Supermärkte, es gibt Marktschreier, Leute die miteinander feilschen und supergünstige Rabatte kurz vor Marktschluss. Außerdem entdeckt man dort immer wieder neue Gerüche, Geschmäcker und Produkte. In Frankreich auf den Markt zu gehen, ist immer ein Erlebnis. Ein wahres Paradies für Gemüse und Frischobst-Anbeter*innen! Besonders da, wo ich meinen Freiwilligendienst leistete, nämlich in einer kleinen Stadt namens Vienne, südlich von Lyon. Dort gibt es nämlich einen der größten Freiluftmärkte mit über 400 Ständen und Zehntausende Besucher*innen. Es ist wahrlich ein Spektakel und kaum mit dem kleinen Markt hier in Göttingen zu vergleichen. Trotzdem liebe ich es den Samstagmorgen/-vormittag/-mittag dort zu verbringen.

Dieses Mal war ich mit der Mission dort, auch die Plastiktüten an den Marktständen abzulehnen, auch wenn sie mit „Die sind aus Maisstärke!“ angepriesen werden (denn Bioplastik ist nicht ein Allheilmittel und DIE Lösung, aber dazu mehr in einem anderen Blogpost). Mit einer Tragetasche und mehreren Jutebeuteln ausgestattet zog ich also los. Wie vermutet, war es so total einfach dem Plastik hier zu entgehen. Denn wenn mich die Verkäufer*innen schon mit meinen mitgebrachten Beuteln sahen, legten sie mir die Ware schon fast von alleine in meine eigene Tasche!

Wenn ich auf dem Markt einkaufen gehe, versuche ich auch wie im Supermarkt auf regionale Produkte zu setzen. (Natürlich landet auch mal Banane, Orange, Mango oder Papaya in meinem Korb. Denn nur von Äpfeln und Birnen zu leben, ist mir dann doch leider zu einseitig im Winter.)
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Meine Ausbeute an diesem Tag bestand aus:
– ca. 0,5 kg bunte Möhren
– 1 kg Kartoffeln
– 1 Bio-Dinkelbrötchen
– 2 Orangen
– 4 Äpfel
– 1 Zucchini
– 2 „Büschel“ Grünkohl
…frisches Gemüse und Obst aus der Region (bis auf Zucchini und Orangen :D) und das für unter 10 €.

Plastikfrei Einkaufen ist auf dem Markt sicherlich am entspanntesten, denn da sind selbst Gurken nicht in ein „Plastikkondom“ gestülpt und der Brokkoli hat auch keine Plastikhaube auf. Beim nächsten Mal bringe ich mir noch eigene Behälter mit, dann kann ich am Nudelstand, frisch gemachte Pasta mitnehmen, denn die kommt da nämlich sonst auch in einen Plastikbehälter. Auch an den Käse oder Antipasti-Ständen kann man sich sicherlich die Ware in eigene Behälter verpacken lassen. Ich Dummerchen habe leider vergessen welche mitzunehmen, aber das nächste Mal werde ich das Testen. Lediglich Joghurt habe ich vermisst. In Frankreich konnte man den sich frischen Joghurt immer abfüllen lassen, genauso wie frische Milch (bäh, mag ich leider so gar nicht).

Ich würde mich allgemein als „Flexitarierin“ beschreiben, ich esse zwar grundsätzlich Fleisch, aber nur seeehr wenig. Eigentlich nur wenn ich zu Hause bei meinen Eltern bin und auch dann auch nur helles, fettarmes Geflügel-Fleisch. Seit meinem Plastikfasten-Experiment habe ich allerdings festgestellt, dass ich mich zum Großteil automatisch und unbewusst vegan ernähre, wenn ich selbst koche (außer in der Mensa oder bei meinen Eltern oder Freunden). Käse gibt es im Supermarkt nämlich nur in Plastik verpackt. Joghurt gibt es zwar auch im Glas, bis jetzt habe ich den allerdings aber noch nicht probiert. Und meinen geliebten Sojade-Joghurt ist nur im Plastikbecher vorzufinden. 😦  Ich würde ja auch gerne mal ausprobieren Joghurt selbst zu machen. Für Soja-Joghurt bräuchte man allerdings Soja-Milch und ein paar Löffel Soja-Joghurt (später kann man dann den selbsthergestellten verwenden), das ist also nicht wirklich plastikfrei. Ach ja und man braucht einen Backofen – den ich hier in meiner 1-Zimmer-Butze nicht habe.

Fazit des Tages: Rewe, Tegut, Kaufland, Markt oder Alnatura? Der Markt schneidet eindeutig am besten ab, was das plastikfreie Einkaufen anbelangt. Natürlich bekommt man dort nicht alles, aber die meiste Ware ist zudem frisch und aus der Region! 🙂

Plastikfreie Haarwäsche

Achtung! Dieser Beitrag kann Spuren von Schuppen, Juckreiz und Fett enthalten. Bei schwachem Gemüt, habt ihr jetzt noch die Chance schnell wegzuklicken! 😉 

Schon seit längerer Zeit bin ich unzufrieden mit meinen Shampoos gewesen. Genau genommen SEHR unzufrieden. Seit 5 Jahren muss ich meine Shampoos sowieso regelmäßig wechseln, weil meine Haare nach zu langer Benutzung von ein und demselben Produkt mit schnellem Fetten, Schuppen oder Elektrisieren reagieren. Die letzten zwei Jahre haben sich meine Haare mit dem Every-Day-Shampoo von Sebamed relativ wohl gefühlt. „Every day“ hab ich mir zwar nicht die Haare gewaschen, aber ca. alle 2-3 Tage. Laut Verpackung ist das Shampoo seifen-und alkalifrei, „besonders mild durch Zuckertensid“, pH-hautneutral und kommt ohne Farbstoffe und Silikone aus. Aha. Klingt ja toll. Natürlich und mild, super! Von richtiger Haarpflege hatte ich ansonsten aber keine Ahnung. Ich wusste nur, dass Silikone schlecht sind.

Warum sind Silikone böse?
Silikone sind inzwischen schon länger verpönt und es gibt nun eine Bandbreite an Naturkosmetika, die ohne sie auskommen. Silikone legen sich wie eine feste Schicht um die Haare, „versiegeln“ Haare und Kopfhaut regelrecht, sodass sie zunächst glatt und gesund wirken. Doch sie sind z.T. nicht wasserlöslich, bleiben im Haar und beschweren es mit der Zeit zunehmend. Silikone können also nicht ausgewaschen werden. Deshalb kann es mehrere Wochen dauern, bis das Haar sich von ihnen befreit hat. In der Zeit können die Haare schwer und spröde wirken. Das habe auch ich bei der Umstellung von herkömmlichen Shampoos auf Sebamed festgestellt. Wenn diese Zeit vorüber ist, dann glänzen die Haare aber auch wieder wie vorher und fühlen sich viel leichter und gesünder an! (Mehr Infos findet ihr  z.B. unter http://www.oekotest.de/cgi/index.cgi?artnr=104008&bernr=10)

Im Chemie-Dschungel und die Sache mit dem pH-Wert
Ich gebe zu, dass ich durch die vielen Bezeichnungen der Inhaltsstoffe ziemlich verloren war und es auch immer noch bin. So habe ich z.B. rausgefunden, dass Propylene Glycol, was in meinem Sabamed-Shampoo enthalten war, als Feuchthaltemittel eingesetzt wird und ein Erdöl-Derivat ist. Dies kann allergische Reaktionen hervorrufen und die Kopfhaut für Giftstoffe durchlässig machen. Eine weitere Auflistung der ganzen chemischen Bezeichnungen spare ich euch an dieser Stelle. Aber man kann schon sagen, dass Sebamed deutlich gesundheitsfreundlicher ist als andere Shampoos, da u.a. auch der hautfreundliche Konservierungsstoff Phenoxyethanol verwendet wird anstatt Natriumazid beispielsweise.
Unsere Haut und damit auch die Kopfhaut hat einen pH-Wert von ca. 5,5 und ist damit leicht sauer. Das Sebamed-Shampoo liegt  z.B. genau bei 5,5 und ist damit „haar- und hautneutral“ und schützt den natürlichen Säureschutzmantel. Ein weiterer Pluspunkt für mein Shampoo, das half mir allerdings nicht weiter, denn nach 2 Jahren Ruhe dank Sebamed fingen meine Haare und meine Kopfhaut erneut an, sich zu „beschweren“. Ich war ratlos. Meine Haare wurden wieder super schnell fettig, Schuppen konnte ich zwar mit abwechselndem Anwenden vom Sebamed Every-Day-Shampoo und dem Schuppen-Shampoo ein wenig eindämmen. Effektiv ist jedoch was Anderes. Daraufhin suchte ich nach weiteren Alternativen und landete bei…

…no poo? Keine Scheiße?
Kein Scheiß! (Ok, schluss mit den schlechten Wortspielen, zurück zum Ernst der Haarpflege 😉 ) Ich dachte mir, schlimmer geht nimmer. Anstatt meine Haare mit natürlicheren aber dennoch chemischen Mittelchen zuzuballern, wasche ich eben nur noch mit Wasser! Müssen die Menschen früher ja schließlich auch hinbekommen haben. Dank verschiedener Erfahrungsberichte auf Blogs oder YouTube, wusste ich ungefähr auf was ich mich einließ. Vier Wochen lang trug ich nur noch Pferdeschwanz oder Dutt, da mein Ansatz schon sehr fettig war, sodass offene Haare keinem zumutbar waren. Haarkämmen habe ich vorher immer als lästig empfunden. Nun begann ich allerdings morgens und abends meine Haare und insbesondere meine Kopfhaut kräftig zu bürsten (100 Bürstenstriche am Tag und so, haha!), in der Hoffnung einen Teil der Schuppen so rauskämmen zu können. Wirklich viel schlimmer sind die Schuppen in der Zeit nicht geworden. Ein von manchen als unerträglich beschriebener Juckreiz blieb bei mir zum Glück aus. Doch mit jeder Woche, wurden meine Haare weniger schnell fettig, sodass ich das nächste Waschen 4-5 Tage hinauszögern konnte. Lediglich eine hartnäckige Stelle am Hinterkopf wollte und wollte sich nicht entfetten lassen. So griff ich nach fünf Wochen „Water only“ und in der ersten Wochen meines Plastikfastens zu PLASTIKFREIEN Alternativen: Natron und Apfelessig! Klingt eklig? Ist es nicht! Kein Scheiß! (No poo! :D)

Ein plastikfreies Shampoo-Rezept mit Apfelessig-Spülung
Dafür nimmt man einfach 1 EL Natron mit 1 EL Wasser. Verrührt beides zu einer Paste, massiert es auf der Kopfhaut ein und lässt es ein wenig einziehen.  Das fühlt sich vielleicht merkwürdig an! Total trocken und irgendwie fast staubig! 😀 Nach dem Ausspülen wurde das Gefühl auch nicht wirklich besser, kein Wunder, denn Natron ist ja ein Salz (da war der Chemieunterricht doch mal nützlich), damit stark alkalisch und löst Schmutz und Fett aus den Haaren . Wenn ihr euch noch an den Anfang des Posts erinnern könnt, dann wisst ihr ja, dass unsere Haut eher sauer ist (pH 5,5). Deshalb muss man nach diese Natron-Wäsche eine saure Rinse, quasi als „Spülung“ machen. Ich habe dafür 1 Liter Wasser mit 1 EL Bio-Apfelessig gemischt und damit meine Haare gespült. Danach soll man die Haare nicht nochmal mit klarem Wasser nachwaschen, auch wenn man das Bedürfnis hat aufgrund des Essig-Geruchs. Keine, Sorge! Der verfliegt ganz schnell von alleine, spätestens nach dem Föhnen.

Was soll ich sagen? Ich bin schwer begeistert. Alle Schuppen, wirklich ALLE waren weg! Meine Haare fühlten sich viel weicher und luftiger an. Keine Spur vom fettigen Ansatz war mehr zu sehen. Offene Haare fühlen sich toll an! Erst nach 4 Tagen musste ich mir die Haare wieder waschen, weil sie leicht fettig waren und die Schuppen wiedergekommen sind. Ich habe allerdings dafür erstmal wieder nur Wasser benutzt. Mal schauen, wie oft ich die Natron-Essig-Wäsche mache.
Ein weiterer Pluspunkt für diese Art der Haarwäsche ist auch der Kostenfaktor! Der Apfelessig hat mich ca. 1,50€ gekostet und ein Päckchen Natron kostet auch nicht die Welt. Billiger also als jedes Naturkosmetik-Bio-Shampoo oder die klassischen Silikonbomben! Ganz zu schweigen von den unzähligen Zusatzpflegeprodukte wie Spülung, Conditioner, etc…

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10 Dinge, die mir beim plastikfreien Einkaufen bei REWE aufgefallen sind.

Heute war ich im Rewe einkaufen, dabei sind mir mal wieder ein paar Dinge ins Auge gesprungen.

1. Plastikfrei einkaufen kann man nicht nur in Bio-Läden wie Alnatura oder Tegut.
2. Die Einkaufstasche ist durch Glasflaschen eindeutig schwerer geworden.
3. Äpfel kann man auch einzeln aufs Band legen. Der Kassierer hat sich nicht über die losen Äpfel beschwert, er konnte sie ganz problemlos zusammen und OHNE Plastiktüte auf die Waage legen.
4. Vollkorn-Nudeln gibt es zwar im Karton, allerdings mit Sichtfenster aus Plastik. Weizennudeln gibt es dafür ganz plastikfrei!? Sinn!?
5. In fast jeder Tomatensoße im Glas ist Zucker. Nicht nur ein bisschen, sondern VIEL Zucker. Grmpf.
6. Mein Einkauf ist NICHT teurer geworden.
7. Paprikas in Plastik sind viiiiiiiiiiiel billiger als die einzelnen, unverpackten! Deshalb keine Paprika für mich heute…
8. Die komplette Kühltheken-Abteilung mit Käse, Milch und Joghurt kann ich überspringen – alles in Plastik verpackt (außer Landliebe Joghurt, den gibt’s im Glas). Wenn ich vorher also mehr Zeit gebraucht habe um beim Obst und Gemüse die plastikfreien Sorten abzuchecken, habe ich das spätestens da wieder aufgeholt. YEAH!
9. Reis gibt es ausschließlich in Plastiktüten, Couscous und Bulger dagegen im Karton.
10. Bei der Bäckerfiliale vorm REWE habe ich mir ein kleines Dinkelbrot geholt. Als die Verkäuferin selbstverständlich zur Plastiktüte griff,hielt ich sie gerade rechtzeitig noch auf: „Kann ich das Brot auch in einer Papiertüte bekommen?“ Keinesfalls verdutzt antwortete sie: „Aber natürlich!“ und drückte mir mein Brot in der klassischen Bäckertüte in die Hand (das Brot war aber auch sehr klein, sodass es einfach da rein passte!). SO einfach können plastikfreie Alternativen manchmal sein. 🙂

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Plastikfreie Zahnpflege

Der Titel lässt es erahnen, natürlich kommt auch unsere alltägliche, mehrmalige Zahnpflege nicht ohne Plastik aus. Zahnpastatuben, Zahnbürsten, Putzbecher. Alles aus Plastik! Unsere Vorfahren kamen natürlich ganz ohne Zahnbürsten aus. Das heißt aber noch lange nicht, dass wir das heutzutage auch noch können, denn unsere Nahrung ist inzwischen viel zucker- und säurehaltiger und das macht Zahnpflege somit nötig.

Welche plastikfreien Alternativen gibt es also?
Nach einigen Recherchen bin ich auf verschiedene Anbieter von Bambus-Zahnbürsten gekommen. Bambus ist ein schnell wachsender Rohstoff, der biologisch abbaubar ist. Das wasserliebende Hamburger Unternehmen HYDROPHIL stellt Bambus-Zahnbürsten mit Nylon-Borsten her. Also nur der Stiel ist zu 100% kompostierbar. Allerdings sind die Borsten BPA-frei. BPA oder Bisphenol A ist ein Hormon, dass zur Herstellung von Kunststoff benötigt wird und in vielen Alltagsgegenständen zu finden ist. BPA kann sich aus Produkten lösen und schon in winzigen Mengen in unseren Hormonhaushalt eingreifen. Seit einiger Zeit ist es in der EU in Babyartikeln, wie z.B. Flaschen verboten (Quelle: http://www.bund.net/bisphenol-a). Die Zahnbürsten von HYDROPHIL sind zudem noch vegan und wasserneutral produziert. Auf der Homepage findet ihr noch weitere interessante Produkte, wie Zahnpasta (allerdings leider noch in einer Plastiktube).
Mehr dazu findet ihr unter http://www.hydrophil.biz

Ich habe mich für eine 100% kompostierbare Zahnbürste von SIDCO entschieden. Auch die Borsten bestehen nämlich aus Bambusviskose (Viskose ist auch nicht ganz unproblematisch und eigentlich kein Naturprodukt mehr sondern mit Chemikalien vollgepumpt. Da es mir jedoch erstmal um die Kompostierbarkeit ging, habe ich mich dennoch für diese Zahnbürste entschieden) . Doch wo kommt der Bambus eigentlich her? Laut Homepage stammt er aus „nachhaltigem Anbau, nicht aus Panda-Wohnräumen oder gefährdeten Gebieten“ (Quelle: http://www.sidco.de/Bambus-Zahnbuersten). Die Zahnbürsten gibt es mit verschiedenen Farbmarkierungen.
Mehr dazu unter http://www.sidco.de

 

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Zahnpasta ohne Plastiktube…
…gibt es nicht! Auch HYDROPHIL schreibt auf der Homepage, dass sie noch keine Alternative gefunden haben und immer noch auf der Suche nach einer plastikfreien Tube sind. Da bleibt in dem Falle nur Selbermachen übrig. Ich habe einige Erfahrungsberichte gelesen und meine eigene Zahnpasta angerührt. Und das geht so:

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  • 4 EL natives, kaltgepresstes Kokosöl
  • 3 EL Natron zum Backen
  • einige wenige (!) Tropfen Bio-Pfefferminzöl je nach Geschmack
    (ACHTUNG! Nicht zu viel! Denn ätherische Öle können wohl bei manchen Menschen Kopfschmerzen, Übelkeit und/oder andere Nebenwirkungen auslösen. In meiner ersten Mischung hatte ich auch viel zu viel Pfefferminzöl und musste es wieder mit Kokosöl strecken. Genaue Angaben wie viel ätherisches Öl richtig ist, sind sehr verwirrend und von der Grundmenge an Koksöl abhängig. Ich werde auf jeden Fall nicht mehr als 2 Tropfen für diese Menge in Zukunft verwenden.)

Das Kokosöl im Wasserbad einfach schmelzen lassen und dann mit dem Natron und Pfefferminzöl vermischen. Es dauert einige Zeit bis die Zahnpasta fest wird. Währenddessen immer wieder umrühren, damit es homogen bleibt.

Die fertige Zahnpasta dann noch einmal Abschmecken und ggf. noch ein paar Tropfen Pfefferminzöl hinzugeben. Anschließend einfach in ein Glasgefäß umfüllen und ausprobieren!

Ein neues Putzgefühl?
Ein richtiges Fazit kann ich noch nicht ziehen, da ich mir erst zweimal inzwischen mit der Bambus-Zahnbürste und der Zahnpasta die Zähne geputzt habe. Allerdings kann ich sagen, dass es am Anfang ein bisschen komisch war, da die Zahnbürste natürlich ein wenig nach Holz schmeckt. Ungewohnt ist es auch, dass die Zahncreme natürlich nicht schäumt. Ich denke aber, dass ich mich schnell daran gewöhne, denn nach dem Putzen hat man auf jeden Fall ein sauberes und frisches Gefühl im Mund. Ein erster Schritt Richtung plastikfreies Bad ist bei mir also getan. Zumindest bei der Zahnpflege, denn die sieht bei mir jetzt so aus: 0 Plastik, yeah!

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